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Sturmböe fällt in Chur 150-jährigen Mammutbaum

Der Wintersturm «Burglind» hat auch in der Südostschweiz Schäden verursacht. In Chur fiel ein Mammutbaum auf das Marronihüsli. Verletzte gab es keine. Auf der Strasse und auf der Schiene kam es zu Unterbrüchen.

Südostschweiz
03.01.18 - 17:19 Uhr
Ereignisse

Kurz vor Mittwochmittag hat sich der Wintersturm «Burglind» in den Tälern der Südostschweiz bemerkbar gemacht. Von der Bündner Herrschaft über das vordere Prättigau bis Chur und Richtung Surselva haben Windspitzen von deutlich mehr als 100 Stundenkilometern Schäden hinterlassen. Zwischen Bad Ragaz und Fläsch wurden Bäume entwurzelt. In Bad Ragaz wurde ein Gartenhäuschen Opfer des Sturms.

Mehrere Vorfälle in Chur

In Chur fiel auf dem Postplatz der obere Teil eines 20 Meter hohen Mammutbaums auf das Marronihüsli. Beobachter gehen davon aus, dass der Baum nach dem Errichten der Villa Planta auf dem Gelände des heutigen Bündner Kunstmuseums gepflanzt wurde - das heisst um 1874 und damit vor knapp 150 Jahren. Zwei weitere Mammutbäume stehen noch. Verletzt wurde beim Vorfall niemand. Laut Augenzeugen konnte sich der Mann aus dem Marronihüsli rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Laut Markus Dünner von der Stadt Chur wurde der betroffene Mammutbaum aufgrund seines Alters in der Vergangenheit zwar gesichert, krank war der Baum aber nicht. Zuständig für den Garten ist aber nicht die Stadt Chur, sondern der Kanton. Denn das betroffene Grundstück gehört ihm.

Zahlreiche Verbindungen gebrochen

Als Vorsichtsmassnahme sperrte die Stadtpolizei Chur am Nachmittag die Tivolibrücke. Reinigungslifte wurden dort aufgrund der Sturmböen aus den Führungsschienen gehoben. Sie drohten vom Dach des Postautodecks zu fallen. Dies geschah jedoch nicht, wie es bei der Polizei auf Anfrage hiess. Weiter mussten in Chur mehrere Strassenabschnitte vorübergehend für Fahrzeuge und Fussgänger gesperrt werden.

An der Quaderstrasse drohte eine Werbetafel herunterzufallen. Folglich musste die Strasse zwischen der Masanser- und Steinbruchstrasse gesperrt werden. Beim Alten Forstwerkhof stürzten Bauprofile auf die Fahrbahn der Steinbruchstrasse.

Stromunterbrüche im Prättigau

Als Folge heftiger Gewitter, starker Sturmböen und teilweise Schneefall kam es am Mittwochnachmittag im mittleren und unteren Prättigau zu mehreren Stromunterbrüchen. Umgekippte Bäume und heruntergerissene Freileitungen hielten Repower auf Trab, wie das Unternehmen mitteilte. Die Stromunterbrüche dauerten zwischen 15 Minuten und knapp drei Stunden.

Betroffen waren 4000 Kunden, wobei die Stromversorgung bis am frühen Mittwochabend bei 3500 Haushalten wieder sichergestellt werden konnte. Ohne Strom waren unter anderem in den Regionen Valzeina, St. Antönien und Stels.

Bis zu 30 Schadensmeldungen sowie unzählige Anrufe gingen bei der Landespolizei des Fürstentums Liechtenstein ein. Ein umgestürzter Baukran in Schellenberg, sowie etliche entwurzelte Bäume sorgten für Strassensperrungen und Beschädigungen an Gebäuden.

Aufgrund des Sturms sind im Kanton Graubünden zahlreiche Strassen unterbrochen. Hier gehts zur aktuellen Übersicht.

Auch im Bahnverkehr kam es zu mehreren Unterbrüchen. Voraussichtlich bis 21 Uhr sind die Strecken Klosters–Davos sowie die Verbindung über den Oberalppass unterbrochen. Hier gehts zur aktuellen Übersicht.

So sah es am Mittwoch um 11 Uhr in der Südostschweiz aus:

In Chur war es noch ruhig:

Zur gleichen Zeit weht in Scuol noch kein Lüftchen:

Auch in Davos scheint alles noch ruhig:

In Uznach hingegen fährt der Wind immer stärker auf:

Am stärksten ist «Burglind» in Siebnen aktiv, dort hat es einen Grill auf einen Parkplatz geweht und eine Balkoneinrichtung umgestellt:

In Glarus scheint es wiederum noch recht ruhig zu sein:

Das Fazit am Mittwochmittag: In der Südostschweiz ist der Sturm «Burglind» noch harmlos zugange. Anders ist es beispielsweise im Zürcher Unterland: Unsere Reporterin in Winterthur zeigt, wie auch die letzten Weihnachtsdekorationen einer Hochschule wortwörtlich vom Winde verweht wurden. 

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