Der Hang rutscht weiter, die Evakuierten können aber zurück in ihre Häuser
Am Freitag vor der Landsgemeinde ist der Rutsch an der Niderentalstrasse in Schwanden wieder in Bewegung gekommen. Neun erneut Evakuierte konnten aber am Sonntag in ihre Häuser zurückkehren.
Am Freitag vor der Landsgemeinde ist der Rutsch an der Niderentalstrasse in Schwanden wieder in Bewegung gekommen. Neun erneut Evakuierte konnten aber am Sonntag in ihre Häuser zurückkehren.

Der Rutsch im Gebiet Wagenrunse in Schwanden bleibt aktiv. Am Freitagmittag wurde an der gesperrten Niderentalstrasse eine erneute Rutschung festgestellt, wie die Gemeinde auf ihrer Homepage meldete. Fünf bewohnte Häuser mussten wieder evakuiert werden, neun Personen mussten wie schon am Karfreitag auswärts übernachten.
Nun hat sich die Lage offenbar wieder etwas entspannt. Das ist dem Update der Gemeinde von Sonntagabend zu entnehmen: «Aufgrund der jüngsten Entwicklung werden die am Freitagabend angeordneten Evakuierungen und Absperrungen im Dorfbereich per sofort aufgehoben.»
Gebiet bleibt «strikte zu meiden»
Gemeindepräsident Hansruedi Forrer bestätigte am Montag die Meldung. «Die Messungen gehen weiter», sagte er, «die Fachleute sammeln weitere Daten.» Mehr Informationen seien im Moment nicht erhältlich.
«Ein Steinschlag oder eine plötzliche Rutschung mit unmittelbarer Gefährdung der unten liegenden Gebäude unter den gegebenen Bedingungen ist wenig wahrscheinlich.»
Das abgesperrte Gebiet sei nach wie vor strikte zu meiden, heisst es im Update, das die Gemeinde Glarus Süd am Sonntag um 19.30 Uhr auf ihrer Website gepostet hat. Fachleute, unter ihnen Geologen, seien aufgrund intensiver Messungen und Beobachtungen zum Schluss gekommen, «dass ein Steinschlag oder eine plötzliche Rutschung mit unmittelbarer Gefährdung der unten liegenden Gebäude unter den gegebenen Bedingungen wenig wahrscheinlich ist».
Strasse deutlich weiter abgerutscht
Die Bilder der Gemeinde zeigen, dass der Strassenkörper der Niderentalstrasse gegenüber dem Rutsch vom Karfreitag deutlich weiter abgerutscht ist. Dieser Strassenkörper war mit einer verankerten Pfahlwand gegen Abrutschen gesichert worden, als man im Sommer 2021 den bergseitig davon im Dezember 2020 ins Rutschen geratenen Hang verbaute. Die Verankerungen der bergseitigen Stützmauer an der Strasse halten laut den Fotos die Stützmauer noch an ihrem Platz.
Der Grossteil der Rutschmasse liegt unterhalb der davon erfassten Niderentalstrasse. Die Rutschung sei auf einem Gleithorizont in Bewegung geraten, der tiefer liege als beim Rutsch von 2020, erklärten die Gemeindevertreter nach dem Rutsch vom Karfreitag 2023. Wie tief der Rutschungshorizont liege und wie die Wasserstände und Wasserflüsse im Berg seien, müsse mit Sondierbohrungen abgeklärt werden. Erst wenn das bekannt sei, würden wie bei der ersten Sanierung mögliche Varianten zur Stabilisierung des Hangs studiert, hiess es ebenfalls.
Niderentalstrasse bleibt gesperrt
Seit dem Rutsch vom Karfreitag ist die Niderentalstrasse gesperrt. Nun, wo sie noch weiter abgerutscht ist, rückt die Wiedereröffnung weiter in die Zukunft. Die Umfahrungsstrasse via Tannenberg bleibe weiterhin provisorisch in Betrieb, schreibt die Gemeinde auf ihrer Website. «Sie steht jedoch nur für Notfälle zur Verfügung.»