Roth: «Erlebnisse im 'Wäsch-Egga' würden ein Buch füllen»
«Die Geschichten, die ich rund um den 'Wäsch-Egga' in den vergangenen 26 Jahren erlebt habe, würden ein Buch füllen», erzählt Elias Roth. Er mietete die Lokalität vor 26 Jahren nach diversen Reisen, baute sie zum Waschsalon um und investierte immer wieder, wie er selbst sagte.
Einmal habe ein Tourist den Waschsalon zu einem Hotelzimmer umgebaut. Randständige und Alkoholiker waren immer wieder «Gäste» im «Wäsch-Egga». «Und manchmal sah es im Raum aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte», so Roth. Ein andermal seien zwei Mädchen beinahe nackt im Salon gestanden und hätten für Aufsehen gesorgt. Bei seinem Eintreffen haben sie ihm dann erklärt, dass sie nach einer Velotour nur ihre Kleider trocknen wollten.
Hoher Aufwand, weniger Ertrag
«Man musste 24 Stunden und 365 Tage erreichbar sein. Das war zuletzt oft auch eine Belastung», so Roth weiter. Reparaturen führte er meist selbst aus. Aber die Einnahmen hätten kaum den Mietzins gedeckt. Und weil Roth keinen Nachfolger fand, schloss er den Salon Ende September.
Doch bis heute sei das Angebot eines Waschsalons ein Bedürfnis. Insbesondere Fahrende und Touristen gehörten zu den Stammkunden. Von ihnen hätte er seit der Schliessung auch zahlreiche Reaktionen bekommen.
Ein Geschäft sei der «Wäsch-Egga» aber nicht gewesen. «Wenn ich Geld hätte verdienen wollen, hätte ich vielmehr eine Autowaschstrasse eröffnen müssen», ist Roth überzeugt. Auch in Zürich sei die Zahl von Waschsalons in den vergangenen stets gesunken, aktuell gäbe es nur noch einen einzigen.
Wer den Waschsalon vermisst, den weist Roth an die Zentralwäscherei an der Pulvermühle weiter. Dort kann man zwar nicht selber waschen, seine Wäsche aber abgeben und später gewaschen wieder abholen.
Dem in den ehemaligen Räumen des «Wäsch-Egga» geplanten Tabakwarenladen wünscht Roth alles Gute.