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Riedner Brunnen sprudeln wieder – aber nur bei Regen

Die versiegte Quelle in Rieden gibt wieder etwas Wasser an die Dorfbrunnen ab. Das liegt aber an Regenfällen. Doch Geologe Yves Bonanomi ist zuversichtlich, dass die Quelle wieder anspringt.

Urs
Schnider
17.06.22 - 06:41 Uhr
Ereignisse
Bleiben meist trocken: Nur bei Niederschlag führt der Dorfbrunnen in Rieden wieder etwas Wasser.
Bleiben meist trocken: Nur bei Niederschlag führt der Dorfbrunnen in Rieden wieder etwas Wasser.
Urs Schnider

Es sei nicht selbstverständlich, dass man nach so kurzer Zeit eine so positive Nachricht vermelden könne, sagt Geologe Yves Bonanomi. Er kam zum Einsatz, nachdem in Rieden Anfang Mai im Gebiet Bitziweid eine Erdsondenbohrung durchgeführt worden war und danach die Birchquelle versiegte (Ausgabe vom 31. Mai). Offensichtlich gab es einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Bohrung und dem Versiegen der Quelle – allerdings konnte anhand von Wasseranalysen kein Zusammenhang zwischen dem Wasser in der Bohrung und dem Quellwasser nachgewiesen werden, wie Bonanomi erläutert.

Damals konnten die Verantwortlichen nicht sagen, ob die Quelle wieder anspringt. «Wir können derzeit nur hoffen, dass sich die Birchquelle wieder erholen wird», sagte Gommiswalds Gemeindepräsident Peter Hüppi gegenüber der «Linth-Zeitung».

«Scheint sich zu füllen»

Zwei Wochen später sieht es nun gemäss Experte Bonanomi etwas besser aus. «Die Quelle ist tatsächlich wieder angesprungen», sagt er auf Anfrage. Das liege aber hauptsächlich an den stärkeren Niederschlägen der letzten Wochen Ende Mai und anfangs Juni.

Allzu nachhaltig scheint der Wasserfluss derzeit aber nicht zu sein. Denn ein Augenschein in Rieden zeigte diesen Montag – etwa zwei Stunden nach einem starken Regenguss –, dass die Brunnen trotzdem kein Wasser (mehr?) führten.

Geologe Bonanomi relativiert: Es gebe in der Region Rieden auch andere Quellen, die bei Trockenheit schlecht liefern. Für ihn sieht es so aus, dass sich die Birchquelle wieder erholt. Es scheine, dass das Verschliessen des Bohrlochs mit einem Strumpf geholfen habe.

«Das Kluftwasserreservoir, welches die Quelle speist, scheint sich wieder zu füllen.» Durch die Bohrung wurde eine untere Kluft unterhalb des Quellhorizontes angebohrt. «Wir wissen nicht wo, aber es muss eine geben.» So fliesst das Wasser dorthin, statt in die obere Kluft der Quelle. Mit der Folge, dass eben auch die Dorfbrunnen versiegten.

Gemäss Gemeindepräsident Hüppi gab es bei ihm einige Rückmeldungen zur versiegten Quelle. «Es hat natürlich niemand Freude an der Situation, ich auch nicht.»

Geologe Bonanomi macht aber Hoffnung. In der Regel fülle sich so ein Kluftwasserreservoir nach einer guten Schneeschmelze wieder. Bei einem ähnlichen Vorfall vor rund 20 Jahren dauerte es jedoch zwei bis drei Jahre, bis die Birchquelle wieder ergiebig sprudelte. Die Befürchtung, dass es nun auch wieder so lange dauern könnte, waren auch an der Bürgerversammlung vom 19. Mai geäussert worden.

Frage des Niederschlags

Einer der Kritiker bemängelte an der Bürgerversammlung, dass die Gemeinde nicht sofort reagiert habe, nachdem sie kurz nach dem Vorfall informiert worden sei. Man hätte einen Baustopp verfügen können, fand er, obschon es kaum mehr geholfen hätte – denn die Bohrung war ja bereits erfolgt.

Kritisiert wurde an der Versammlung auch, dass im betroffenen Gebiet doch wieder eine Erdsondenbohrung bewilligt worden sei. Obschon es damals Ärger gegeben hatte wegen der Bohrung. Die Bewilligungen erteilt jedoch nicht die Gemeinde, sondern der Kanton. Und bei besagter Bohrung lag die nötige Bewilligung selbstverständlich vor, wie Peter Hüppi betont.

Auch wenn Geologe Bonanomi nicht in die Kristallkugel blicken mag, hält er fest: «Es ist positiv, dass die Quelle wieder schüttet.» Wenn es einen trockenen Sommer gebe, werde sie aber vermutlich nochmals versiegen. Bei regelmässigem Regen wird sie weiter Wasser geben.

Er sei jedenfalls zuversichtlich, dass es wieder in Ordnung komme. Ansonsten wäre die Quelle auch nach Niederschlägen trocken geblieben, so der Geologe. «Dann wäre ich gar nicht zuversichtlich.» Der Bergwasserspiegel dürfte durch starke Niederschläge wieder hochkommen.

 

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