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Auf zwei Tage verteilt

Ach, waren das noch Zeiten, als der 1. August am Abend mit viel Feuerwerk gefeiert wurde. Oder vielleicht doch nicht? Immerhin entschied die Davoser Bevölkerung, im September 2020 ein Feuerwerksverbot zu erlassen. Eine vorausschauende Bestimmung, wie sich jetzt zeigt.

Barbara
Gassler
29.07.22 - 07:00 Uhr
Ereignisse
Die Erinnerung erübrigt sich. Auch am 1. August herrscht ein absolutes Feuerverbot.
Die Erinnerung erübrigt sich. Auch am 1. August herrscht ein absolutes Feuerverbot.
bg

1. August-Feiern beinhalteten schon immer die Unwägbarkeit der Witterung. Mal ist es zu nass und zunehmend zu trocken. So auch dieses Jahr. Nach den Sommern 2015 und 2018 herrscht auch gegenwärtig ein absolutes Feuerverbot. Daran ändern auch die vereinzelten Regenschauer der letzten Tage nichts. «Eine Entspannung der akuten Trockenheit ist nicht in Sicht. Isolierte Gewitter, auch wenn diese kurzzeitig sehr heftig ausfallen, reichen dafür nicht aus», schreibt das Amt für Wald und Naturgefahren in seiner Verfügung vom 22. Juli. Die Gemeinde Davos spezifiziert auf Anfrage der DZ: Sämtliche Feueraktivitäten im Freien sind untersagt, insbesondere auch an den öffentlichen Feuer- respektive Grillstellen. Häuser und Häusergruppen ausserhalb von Bauzonen, insbesondere Maiensässe und Alphütten, fallen ebenfalls unter das Feuerverbot. Soweit es nicht aufgrund des ohnehin geltenden Verbotes untersagt ist, gilt dies auch für das Abbrennen von Kleinfeuerwerk am 1. August.

Keine Höhenfeuer

Ebenfalls verboten ist das Entzünden von Höhenfeuern. Vom Feuerverbot im Freien nicht betroffen sei das in den Bauzonen gelegene Siedlungsgebiet mit den darin eingeschlossenen Flächen, lässt der Kleine Landrat weiter wissen. Doch: «Soweit Bauzonen an den Wald grenzen, ist dabei bei der Entfachung von Feuern im Freien in jedem Fall ein Mindestabstand von 50 Metern zur Waldgrenze einzuhalten.»

Neue Ideen

Gezwungen vom Feuerwerksverbot, suchte die Gemeinde allerdings schon im vergangenen Jahr eine feuerwerkfreie Form des gemeinsamen Begehens des Nationalfeiertags – man erinnere sich, 2020 musste die Feier aus einem anderen Grund abgesagt werden – und entschied sich für eine Licht-Show auf den Wasserfontänen des Seehofseelis. Dort wurde am Abend des 1. Augusts mit Ansprache, Landeshymne und Gerstensuppe ge-feiert.

Diese grundsätzlichen Elemente einer Davoser Bundesfeier bleiben auch heuer erhalten, allerdings werden sie auf zwei Tage verteilt. So beginnen die Festivitäten neu bereits am Vorabend. Am 31. Juli um 18 Uhr wird mit Alphornklängen, Fahnenschwingen und einer Ländler-Formation ein von traditionellen Elementen geprägtes Fest eingeläutet. Die Moderation des Abends hat der aus dem Eisstadion bestens bekannte Alt-Landrat Herbert Mani. Drei Mal – um 20, 21 und 22 Uhr – wird die von Musik umrahmte Lichtshow auf dem Seehofseeli gezeigt.

Auch der traditionelle 1. August-Brunch wurde ans Seehofseeli verschoben und wird neu von der Bäckerei Weber zusammen mit dem Hotel Parsenn ausgerichtet. Die gleichen Gastronomen zeichnen übrigens auch für das kulinarische Angebot am Vorabend verantwortlich. Der ab 9 Uhr ausgerichtete Brunch findet um 11 Uhr mit dem Auftritt der Musikgesellschaft Davos Klosters ein Ende. Um 11.30 Uhr tritt Landrätin Iris Hoffmann-Stiffler für die Festansprache ans Rednerpult. Ihren Platz übernimmt um 11.45 Uhr Jürg Wasescha, der die Festgesellschaft zusammen mit der Musikgesellschaft Davos Klosters zum gemeinsamen Singen der Landeshymne anleitet. Davon hungrig, kann ab 12 Uhr auf die traditionelle, von den Mitgliedern der Davoser Regierung ausgeschenkte und von der Gemeinde und der Destination offerierte Gerstensuppe zugegriffen werden.

Ort herausputzen

Auf die als Alternative zu Feuerwerk wieder vermehrt propagierten Höhenfeuer muss wie bereits erwähnt dieses Jahr ­allerdings verzichtet werden. Zwar wird auf den entsprechenden Alpen am 1. August dennoch gefeiert, und in Wiesen ­findet der Anlass halt ohne Höhenfeuer beim Schulhaus anstatt auf dem Boden statt. «Über die Route des Lampionumzugs entscheiden wir kurzfristig», erklärt Milena Palmy vom organisierenden Frauenverein auf Anfrage.

Feste sind auch immer Gelegenheit, sich von der besten Seite zu zeigen. Und so ist zu hoffen, dass die Bevölkerung die Feststimmung mitträgt und den Nationalfeiertag zum Anlass nimmt, den Ort herauszuputzen und mit einer festlichen Beflaggung und anderem Schmuck Stolz auf die Heimat zu zeigen. Denn das ist eine Aufgabe, die aus der Verbundenheit mit der Gemeinschaft entstehen muss, und sie kann von niemanden sonst übernommen werden.

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