Auf der Suche nach einer anderen Welt
Laut, bunt, anders ging es vergangene Woche im Kongresszentrum zu und her. Zum «World Child Forum» (WCF) hatten sich junge Menschen – und auch einige ältere – versammelt, um sich Gedanken über eine Welt zu machen, wie sie sie sich wünschen.
Laut, bunt, anders ging es vergangene Woche im Kongresszentrum zu und her. Zum «World Child Forum» (WCF) hatten sich junge Menschen – und auch einige ältere – versammelt, um sich Gedanken über eine Welt zu machen, wie sie sie sich wünschen.
Eine stärkere Berücksichtigung der Zukunftsanliegen junger Menschen hatte sich das erste WCF auf die Fahne geschrieben und Jugendliche aus der ganzen Welt nach Davos gerufen. Die Veranstaltung ist eine unabhängige Initiative, die mit Geldspenden von Stiftungen einer Vielzahl an Firmen und Organisationen, wie SOS-Kinderdörfer weltweit, unterstützt wird. Und da, wo sonst auch das «World Economic Forum» (WEF) tagt, sollte die Grundlage für eine einflussreiche globalen Graswurzelbewegung gelegt werden, die Einfluss auf Politik und Wirtschaft nehmen soll. Zirkular soll sie sein, diese neue Welt, stellen die Teilnehmenden an diesem alternativen Forum fest. «Wir müssen wegkommen vom linearen Denken», sagt auch Hans-Martin Heierling, der die Veranstaltung von Davoser Seite begleitet. «Das ist eine neue Generation, von der wir lernen können, der wir zuhören wollen.» Diese Jungen würden in einer Welt grosser Veränderungen aufwachsen, fährt er fort. Sie könnten den Impuls geben zu einem neuen Wertesystem, das offen und transparent sei.
Kreatives Chaos
Mitgemacht am WCF haben 140 Kinder und Jugendliche aus 25 Ländern. Sie kamen unter anderem aus Tansania, Brasilien, Russland, Ukraine, Israel, Mazedonien, Honduras sowie Kanada und hatten zum Ziel, sich zu vernetzen und Ideen sowie Projekte für die Welt von morgen zu entwickeln. Statt steriler Perfektion herrschte im Kongresszentrum denn auch kreatives Chaos. Doch nicht unähnlich dem Vorbild WEF sassen die einen im Gespräch vertieft zusammen, während andere sich zueinander und miteinander unterwegs waren. Initiator Bernhard Hanel sieht im World Child Forum denn auch eine Chance zur Veränderung: «Wenn wir unsere Zukunft wirklich tragfähig gestalten möchten, ist es unabdingbar, Kinder und Jugendliche miteinzubeziehen. Ihre Anbindung an das Wesentliche und ihr oft noch vorurteilsfreier Blick auf eine lebenswerte Welt müssen Leitfaden und Ansporn für unser Handeln sein», sagt der Unternehmer und Familienvater aus dem Schwarzwald. «Und damit die innovativen Gedanken der Kinder und Jugendlichen in grundlegende Entscheidungsprozesse miteinfliessen können, schaffen wir diese Plattform.»
«Komme wieder»
Mitgemacht bei der Inspirations-Konferenz und den nachfolgenden Creation Labs, dem Tandem-Lunch sowie den Fragen- und Begegnungsräume, bei denen die Zukunftsprojekte vorgestellt wurden, hat auch die 19-jährige Anastasia. «Das WCF ist ein unvergessliches Erlebnis», sagt sie gegen Schluss der Veranstaltung. Sie habe andere Leute treffen dürfen, die wie sie das Ziel hätten, Menschen glücklich zu machen. «Hier konnte ich meine Gedanken mit anderen teilen, und ich werde sicherlich zum nächsten Treffen zurückkommen.»
Entstanden im Verlauf der drei Tage dauernden Konferenz ist auch ein Container, dessen Äusseres das starre Gerüst der heutigen Strukturen versinnbildlicht. Darin enthalten sind Wünsche und Vorschläge der jungen Generation an die Welt. «Der Container mit den Botschaften soll anlässlich des nächsten Jahrestreffens des WEF an einem prominenten Ort aufgestellt werden und den anwesenden Managern die Transformation zu etwas Neuem aufzeigen», erklärt Heierling.
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