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«Aifach gspunna»

Die grosse Flüela-Postkutsche ist wieder unterwegs, denn Kutscher und Pferde trainieren fleissig für einen grossen Auftritt. In einem Monat sollen sie Graubünden an der Olma vertreten.

Barbara
Gassler
19.09.22 - 07:20 Uhr
Ereignisse
Auf dem Wildboden übte Paul Fopp für den grossen Auftritt in St. Gallen.
Auf dem Wildboden übte Paul Fopp für den grossen Auftritt in St. Gallen.
zVg/Kutschenzentrale Davos

Nach fast 20 Jahren ist Graubünden wieder einmal Gastkanton an der Olma. Die Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung findet dieses Jahr vom 13. bis 23. Oktober statt. Das Bündnerland präsentiert sich unter dem Motto «aifach gspunna». «Graubünden ist Land und Wirtschaft. Das Land in Verbundenheit zu Natur, Tradition und Brauchtum. Die Wirtschaft mit Weitblick in Bildung, Arbeit und Innovation. Zuhause in Graubünden – zum Leben, Lernen, Arbeiten, Erholung», heisst es auf der Webseite der Ausstellung. In einer sich über 900 Quadratmeter erstreckenden Sonderschau wird der Kanton eine Erlebniswelt aufbauen, in der all diese Attribute in handfeste Arbeit umgewandelt werden. Traditionellerweise ist der erste Ausstellungssamstag, 15. Oktober, auch Tag des Gastkantons. An diesem Tag begleiten zehntausende Schaulustige den Umzug, der vom Hauptbahnhof durch die St. Galler Innenstadt bis zum Olma-Gelände führt. «Der Umzug verbindet Tradition mit Innovation. Mit farbenprächtigen Sujets, emotionalen Bildern und effektvollen Showeinlagen – auf lebendige Weise repräsentiert der Umzug die Vielfalt des Gastkantons Graubünden», wird das Ereignis vorgestellt. «Das Thema wird beim Festakt erweitert, spannend und bündnerisch unkonventionell.»

Mitten in den Vorbereitungen auf diesen grossen Tag ist der Davoser Kutscher Paul Fopp. Er wurde vom Kanton eingeladen, mit der Flüela-Postkutsche St. Gallen die Aufwartung zu machen. Nach einem mehrjährigen Unterbruch aus gesundheitlichen Gründen ist er nun also dabei, die Kutsche und die sechs Pferde, die sie ziehen, für den Auftritt fit zu machen. Denn im Sechsergespann zu laufen, ist eine Situation, die auch für Fopps erfahrende Kutschpferde ungewohnt ist. «Die Hälfte der Pferde haben das zuvor noch nicht gemacht, deshalb ist es wichtig, mit ihnen zu üben», sagt er. Also wird man die grosse Kutsche in den nächsten Wochen noch einige Mal zu Gesicht bekommen. «Der Auftritt an der Meisterfeier des HCD 2015 hat mich gelehrt, dass bei so einem Anlass vonseiten der Zuschauer mit allem gerechnet werden muss. Darum müssen die Pferde sicher und gut vorbereitet sein.»

Die Flüela-Postkutsche: eine äusserst schmucke Erscheinung.
Die Flüela-Postkutsche: eine äusserst schmucke Erscheinung.
zVg/Kutschenzentrale Davos

Am grossen Tag machen sich Betreuer, Helfer und die Pferde mit vier Anhängern bereits um vier Uhr morgens auf nach St. Gallen, wo sie dann frühmorgens bereitstehen müssen. «Am Nachmittag sind wir ausserdem beim Festakt in der Arena ebenfalls dabei», verrät Fopp. Wie bereits am Morgen werden auch dann zahlreiche Helfer hinter den Kulissen bereitstehen, um einzuschreiten, wenn es nötig sein sollte. Nur zur Sicherheit, denn dank der sorgfältigen Vorbereitung hier sollten sie arbeitslos bleiben.

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