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Ein Hauch gewohnter Traditionen

Ein Hauch gewohnter Traditionen

Chalandamarz kann erneut nicht gefeiert werden. Viele Schulen organisieren nun ein Alternativprogramm – vom Peitschenknallen bis zur Filmvorführung.

Fadrina
Hofmann
vor 1 Monat in
Ereignisse
Chalanda Marz
Chalandamarz in Lenzerheide.
ARCHIV

In Sent werden heute Montag alle Dorfbrunnen festlich dekoriert sein und ab 12.30 bis 13 Uhr werden die Glocken und Plumpen aus den Fenstern heraus und von den Balkonen herunter erklingen. In Scuol wird der Peitschenknallen-Wettbewerb durchgeführt. Auf privater Basis wurde zudem ein Aufruf gestartet, um 13 Uhr vor den Haustüren zu treten und auf Distanz gemeinsam den Winter auszuläuten.

In Zernez macht jede Klasse ein eigenes Spezialprogramm, von der Schneeschuhtour bis zum Basteln von Papierblumen. In der Val Müstair werden Schnitzelbänke vorgetragen und es gibt ein Unihockeyturnier. In vielen Schulzimmern in Südbünden wird am Montag der «Schellen Ursli»-Film von Regisseur Xavier Koller gezeigt.

Mit eigener Homepage

Die Jugendarbeit im Oberengadin hat mit chalandachesa.ch sogar eine eigene Homepage gestartet. «Leider musste der Chalandamarz 2021 wie auch schon jener vom Vorjahr abgesagt werden. Eine Umfrage der Jugendarbeit unter den Schüler und Schülerinnen hat gezeigt, dass das sehr bedauert wird», heisst es auf der Internetseite. Das Resultat zeige die Beliebtheit dieser Tradition unter den Kindern und Jugendlichen auf und beweise, dass der Chalandamarz eine lebendige Tradition ist.

Das Ziel von Chalandachesa sei, den Zauber vergangener Chalandamarzes zu den Menschen zu bringen und aufzuzeigen, was die Schüler und Schülerinnen der verschiedenen Gemeinden in diesem Jahr statt des ausgefallenen Chalandamarz machen.

In St. Moritz wurde beispielsweise ein Zeichnungswettbewerb rund um das Thema Chalandamarz veranstaltet. In den anderen Gemeinden gibt es verschiedene Aktionen auf Klassenstufe.

Auch die Infostellen von Engadin St. Moritz Tourismus AG wollen einen Hauch von Chalandamarz versprühen. Mit besonderen Dekorationen weisen sie auf die Tradition hin.

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Heute Montag, 1. März haben wir in der Val Müstair an Stelle von Karneval den "Chalandamarz"; das ist bei uns ein uralter bis in die Antike zurückgehender Frühlingsbrauch. Am 1. März (chalanda=erster, marz=März) begrüsst die bunt kostümierte Schuljugend mit einer Einheitstracht und mit Schellengeläut und Peitschenknallen die bessere Jahreszeit. Dieses symbolische Verjagen der winterlichen Dämonen hat sich am ursprünglichsten im Oberengadin bei uns in Graubünden erhalten. Hier findet in den einzelnen Dörfern am Morgen und zum Teil noch am Nachmittag ein Umzug statt, wo sechs Knaben einen bekränzten Schlitten ziehen, in dem die kostümierten und schellenschwingenden Winteraustreiber sitzen. Vor einzelnen Häusern wird angehalten und gesungen und man sammelt Geschenke ein. Die Kinder und die Einheimischen haben an diesem Tag den riesen Plausch! Der Brauch wird übrigens im berühmten Kinderbuch "Schellenursli" von Selina Chönz und Alois Carigiet dargestellt, das wirklich jedes Kind bei uns in der Schweiz schon gelesen hat. Der Schellenursli wurde verfilmt und war in den Kinos verschiedentlich zu sehen. Ich hoffe, dass Corona den Kindern keine Absage erteilt…
Ich freue mich sehr auf den Frühling!

MfG
Giacumin