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Mindestens neun Tote durch Schlammlawine in El Salvador

Durch eine verheerende Schlammlawine sind in El Salvador mindestens neun Menschen getötet worden. Eine Person wird seit dem Unglück nahe der Hauptstadt San Salvador noch immer vermisst, wie die Behörden am Freitag mitteilten.

Agentur
sda
Samstag, 31. Oktober 2020, 03:34 Uhr Nejapa

Die Schlammlawine breitete sich auf einem vier Kilometer langen Pfad aus. Bei einem Erdrutsch seien zudem 135 Häuser beschädigt worden. «Es ist eine Tragödie», sagte Innenminister Mario Durán. Es habe in der Nacht gewaltige Regenfälle gegeben. Rund 300 Helfer würden im Umkreis von vier Kilometern nach Vermissten suchen.

Riesige Felsbrocken

Die Fluten rissen Schlamm und riesige Felsbrocken auf eine Hauptstrasse, die die Hauptstadt mit dem Norden des Landes verbindet. Das Wasser stürzte schliesslich in eine Schlucht, die das Zentrum der Stadt Nejapa durchquert.

«Ich fühlte, wie das Haus bebte und bebte. Ich schaffte es, raus zu rennen, meiner Familie rief ich zu, 'rennt raus'», sagte der Einwohner Miguel Angel Erroa. Unter Tränen fügte der 61-jähriger Landwirt hinzu: «Ich konnte nichts tun. Meine Frau und mein Sohn Vladimir sind tot.»

Eine Person noch vermisst

Sieben Verletzte wurden im Spital versorgt. Zwei befanden sich in einem kritischen Zustand. Eine Person wurde noch immer vermisst. Zunächst war von Dutzenden Vermissten die Rede gewesen. Die meisten hätten sich allerdings rechtzeitig in Sicherheit gebracht und sich später bei den Behörden gemeldet, sagte Durán.

Präsident Nayib Bukele entsandte Streitkräfte in die Region. Mitarbeiter des Zivilschutzes und Soldaten suchten mit Hilfe von Spürhunden nach Verschütteten. In Mittelamerika kommt es bei Erdrutschen immer wieder zu Toten und Verletzten, weil Häuser häufig in Risikogebieten errichtet und Hänge nicht ausreichend gesichert werden.

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