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Knall in Eschenbach: Heimleiter geht

Nach sexuellen Übergriffen im Altersheim Berg wurden Stimmen aus dem Umfeld des Heimes laut, es gebe auch intern Versäumnisse. Jetzt geht der Leiter der Heimbetriebe per sofort.

Urs
Schnider
Mittwoch, 19. August 2020, 19:50 Uhr Heimleiter räumt Posten per sofort

Es waren schlimme Schlagzeilen, mit denen sich das Altersheim Berg in St. Gallenkappel Mitte August konfrontiert sah: Ein Pfleger hatte dort eine demente Seniorin sexuell missbraucht und war dabei auf frischer Tat ertappt wor- den. Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass eine Untersuchung gegen einen 43-jährigen Tunesier wegen Verdachts auf Schändung eröffnet wurde. Der Fall passierte im Juni, informiert wurde vonseiten der Verantwortlichen des Heims jedoch erst vor knapp zwei Wochen.
Der Verdächtige war jedoch schon früher aufgefallen. Wie eine Frau aus dem Umfeld des Heims der «Linth-Zeitung» nach Bekanntwerden des Falls mitteilte, soll der Verdächtige bereits 2019 eine Mitarbeiterin begrapscht haben. Die Anruferin monierte, dass der Vorfall damals nicht situationsgerecht behandelt worden sei. Zudem wurde die Kommunikation des Heimleiters beanstandet.
Der kritisierte Bruno Kehl teilte dazu mit, dass er «aufgrund des laufenden Verfahrens zu weiteren Vorwürfen keine Angaben machen und allfällige frühere Vorkommnisse weder bestätigen noch dementieren könne.
Heimleiter geht per sofort
Gestern dann der Knall: Die Gemeinde Eschenbach teilte am Abend mit, dass Bruno Kehl, Leiter der Eschenbacher Heimbetriebe, das Pflegezentrum verlasse. Begründet wird dieser Schritt «durch unterschiedliche Auffassungen der Zusammenarbeit» zwischen der operativen Heimleitung und der strategischen Führung. Die Kündigung stünde nicht «in einem direkten» Zusammenhang mit aktuellen Vorwürfen zu den Vorfällen im Altersheim Berg. Bruno Kehl räumt seinen Arbeitsplatz per sofort.
Weder Gemeindepräsident Cornel Aerne noch die Präsidentin der Kommission Alter, Karen Peier, waren gestern für eine Stellungnahme erreichbar.
In der Mitteilung wird jedoch betont, dass die Vorkommnisse «im Dialog mit den Mitarbeitenden» aufgearbeitet würden. Die Betriebskommission werde versuchen, zeitnah eine geeignete Nachfolge für Kehl zu finden.

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