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Gewitter im Sommer so sicher wie das Amen in der Kirche

In den kommenden Tagen sind Gewitter angesagt. Wie aber funktionieren die eindrücklichen Naturerscheinungen und wie typisch sind Gewitter für den Bündner Sommer? Roger Perret, Meteorologe bei Meteonews beantwortet die Fragen und verrät auch gleich, was der Sommer für Graubünden bereit hält.

Südostschweiz
Freitag, 26. Juni 2020, 04:30 Uhr Sie kommen auf uns zu
Faszinierend und fast nicht vorhersehbar - Gewitter.
SYMBOLBILD, PIXABAY

Die einen lieben sie, die einen hassen sie – Gewitter. Im Sommer ziehen sie oft übers Land und können gewaltige Schäden anrichten. Für Meteorologen sind die eindrücklichen Naturerscheinungen faszinierend und gleichzeitig sehr komplex und schwer vorhersehbar. In den kommenden Tagen erwartet auch die Südostschweiz diverse Gewitterzellen. Was aber sind Gewitter genau?

In der Physik unterscheiden sich Gewitter von anderen Wolken durch das Auftreten von Blitz und Donner. Sind Blitze in der Ferne sichtbar, nennen Meteorologen das Wetterleuchten. Ist hingegen die Gewitterwolke genügend nahe und der Donner gut hörbar, so spricht man von einem Gewitter. Dass ein Gewitter überhaupt entstehen kann, braucht es:

  • Feuchtigkeit, welche die Grundlage zur Entstehung von Wolkenteilchen bildet.
  • Potentielle Instabilität, die genügend starke Luftbewegungen ermöglichen.
  • Hebungsmechanismus auch genannt Trigger, der die Entstehung einer Gewitterwolke einleitet.

Wahrscheinlich ein normaler Sommer 

Nun ist also klar, wie ein Gewitter entsteht. Wie klar ist aber, dass es in den Sommermonaten gewittert? Roger Perret, Meteorologe bei Meteonews, erklärt: «Gewitter gehören zum Sommer wie das Amen in der Kirche.» Es sei also normal, dass im Sommer auch immer wieder Gewitter aufziehen. Grund dafür sei das typische Südwestwetter. Die zu erwartenden Gewitter in den nächsten Tagen seien also keine Besonderheit. «Bis zum Sonntag kann es in Graubünden immer wieder zu Gewitter und Schauer kommen, meist ab der zweiten Hälfte des Tages.»

Auch mit Blick auf die nächsten Wochen ist dieses Wetter zu erwarten. Der Sommer werde aber trotzdem ganz normal. «Momentan ist die Siebenschläferzeit. Also die Zeit, während der Sommer entscheidet, wie er nachher ausfällt. Das heisst, das aktuelle Wetter könnte bis in den August bestehen bleiben.» Demnach gäbe es einen Sommer mit hohen Temperaturen, heissen Tagen und viel Sonne. Aber auch mit Gewittern. «Langfristprognosen sind zwar schwierig, aber nach der Siebenschläfer-Regel erwartet uns ein Sommer, der alles beinhaltet.» (stn/paa)

Habt Ihr genau gelesen? Dann testet Euer Wissen in unserem Gewitterquiz:

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