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In Landquart bebt die Erde unmerklich

In der Region haben sich in den letzten Wochen kaum oder nicht spürbare Erdbeben gehäuft. Nicht ungewöhnlich für einen, der es wissen muss – den Geologen Adrian Pfiffner.

Südostschweiz
Montag, 22. Juni 2020, 16:35 Uhr Nicht ungewöhnlich
Landquart
Liegt in einer Zone, in der mehr Erdbeben vorkommen als im Mittelland: Landquart.
ARCHIVBILD

In der Region Landquart ist es im Juni bereits zu neun Erdbeben gekommen. Die meisten waren so schwach, dass sie von Menschen nicht wahrgenommen wurden. Die Daten finden sich auf der Seite des Schweizerischen Erdbebendienstes der ETH Zürich. Radio Südostschweiz hat mit dem emeritierten Professor für Geologie Adrian Pfiffner gesprochen. Für ihn sind diese kleinen Beben keine Überraschung: «Landquart liegt in einer Zone, die sich vom Oberengadin über Davos, eben Landquart und Sargans bis in die Zentralschweiz zieht». In dieser Zone komme es öfter zu Erdbeben als zum Beispiel im Mittelland. Dafür seltener als im Wallis oder Basel, den erdbebenreichsten Regionen der Schweiz.

Die Alpen heben sich

Die Erklärung liefert Pfiffner auch gleich: «Die Alpen heben sich an. Circa um einen Millimeter pro Jahr». Für Laien möge das nach wenig klingen. «Wir Geologen rechnen aber in Millionen von Jahren – und in einer Million Jahren werden sich die Alpen um einen Kilometer gehoben haben.» Die Aktivitäten, die für Erdbeben sorgen, finden im Schnitt etwa acht Kilometer unterhalb der Erdoberfläche statt. «Durch die Aktivitäten entstehen Spannungen im Material, die dann in Erdbeben resultieren». Danach gebe es eine Ruhepause und neue Spannungen entstehen. «Es gibt immer Zeiten mit mehr Aktivitäten, auf die dann ruhigere Phasen folgen», erklärt Pfiffner.

Grösstes Schweizer Erdbeben: 1295 in Chur

Das grösste Erdbeben der Schweiz habe 1295 in der Region Chur stattgefunden. Damals seien grosse Schäden an Gebäuden entstanden. So beispielsweise am Schloss Haldenstein. «Wir müssen uns bewusst sein, dass es in dieser Region in den kommenden 500 Jahren irgendwann ein grösseres Beben geben wird.» Wann dies sei, lasse sich jedoch nicht voraussagen. (dje)

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