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Mehr Geld fürs Spital

Das Kantonsspital legt eine ausgeglichene Rechnung vor – und sagt, warum das nicht reicht.

Südostschweiz
Dienstag, 12. Mai 2020, 04:30 Uhr Ausgeglichene Rechnung
Das Kantonsspital Glarus hat gestern die Rechnung für das Jahr 2019 vorgelegt.
SOMEDIA

Das Kantonsspital Glarus hat gestern die Rechnung für das Jahr 2019 vorgelegt. Sie schliesst ausgeglichen ab. Das reiche aber nicht, sagt Spitaldirektor Markus Hauser. Jährlich bräuchte man 1,5 bis 3 Millionen Franken mehr Überschuss, um die Investitionen langfristig zu finanzieren. Auch, weil durch Bundesvorgaben immer mehr Behandlungen ambulant statt stationär durchgeführt werden müssen. So entgehen dem Kantonsspital jährlich Einnahmen von rund einer Million Franken. Dafür sind die stationären Fälle im Schnitt schwerwiegender als früher. «Im Schnitt brauchen wir darum mehr und spezialisierteres Personal pro Patient», sagt Hauser.

Mit dem Programm «Fit für die Zukunft» sollte das Spital wirtschaftlicher gemacht werden. Dieses musste im Zuge der Coronakrise gestoppt werden. Und die macht sich finanziell auf zwei Ebenen bemerkbar, wie Hauser erklärt: «Wir haben einerseits den Ertragsausfall. Und wir haben andererseits die zusätzlichen Kosten für den Kapazitäts-Ausbau für die Corona-Patienten.» Ohne Hilfe von aussen werde das die sonst schon knappe Ertragslage markant akzentuieren, heisst es in der Medienmitteilung des Spitals.

Entschädigungen ruhig angehen

Aus der Coronakrise ist aber keine Spitalkrise geworden. «Das Kantonsspital Glarus ist finanziell gesund. Wir können die Frage nach der Entschädigung in Ruhe angehen.» Zur zeit verhandeln Bund und Kantone über diese Entschädigungen. Dass es auch anders gehen kann, zeigt sich im Kanton Obwalden: Dort musste der Regierungsrat eine Finanzspritze von 4,4 Millionen Franken sprechen, damit dem Spital das Geld nicht ausgeht.

Das Kantonsspital Glarus sei im Kanton und in der Region als Grundversorger unbestritten, heisst es in der Mitteilung. Und das wurde durch die Coronakrise noch verstärkt, wie Hauser erklärt: «Ich höre immer wieder, dass die Leute froh sind, dass wir ein Spital vor Ort haben, und spüre viel emotionale Zuwendung.» (sdü)

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