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«Wir würden bestimmt eine Ausnahmebewilligung erhalten»

Die Hamilton AG in Bonaduz hat ihre Produktion massiv hochgefahren. Ihre Beatmungsmaschinen und Labor-Roboter sind gefragt wie noch nie. Wie begegnet das Bündner Unternehmen der grossen Verantwortung?

Südostschweiz
Donnerstag, 19. März 2020, 18:07 Uhr Hamilton-CEO Andreas Wieland
Hamilton Domat Ems Produktion Coronavirus 2020 Beatmungsgeräte
Die Hamilton AG produziert gleich zwei wichtige Produkte im Kampf gegen das Coronavirus: Beatmungsgeräte und Labor-Roboter.
OLIVIA AEBLI-ITEM / OLIVIA AEBLI-ITEM

«Wir versuchen einfach, unseren Job zu machen», sagt der Hamilton-CEO Andreas Wieland. Jedes vierte Beatmungsgerät weltweit stammt von seinem Unternehmen. Und auch die Coronatests werden teilweise mit Robotern der Hamilton AG durchgeführt.

Herr Wieland, Ihnen könnte eine Schlüsselrolle in der Coronakrise zukommen. Wie begegnen Sie dieser Verantwortung?

Wir wissen, dass wir mit unseren Produkten Leben retten können und dass wir möglichst viel produzieren müssen. Das ist jetzt einfach eine Situation, die es zu meistern gilt.

Wie gelingt das dem Unternehmen zur Zeit?

Bis jetzt ist es uns sehr gut gelungen, die Produktion hochzufahren, die Infrastruktur entsprechend aufzubauen und trotzdem alle benötigten Teile geliefert zu bekommen. Wir konnten die Produktion massiv steigern, Grössenordnung rund 50 Prozent über der Leistung des letzten Jahres.

Wirtschaftlich also auch ein Glücksfall für Sie. Wie lange können Sie die hohe Nachfrage des Marktes noch decken?

Wir können unsere Produktion bis Mai auf diesem Niveau weiterfahren. Wichtig ist es einfach, dass wir die Teile aus allen möglichen Ländern kriegen. Erst in solchen Krisen merkt man eigentlich, was Globalisierung bedeutet. Nur dank der Schweizer Botschaft ist es uns trotz Shutdowns verschiedener Länder gelungen, an unsere Teile zu kommen.

Was, wenn der Bund eine Ausgangssperre verhängen würde: Könnten Sie weiter produzieren?

Wir würden bestimmt eine Ausnahmebewilligung erhalten. Dafür würden wir kämpfen. Unsere Beatmungsgeräte werden gebraucht, um schwerkranke Menschen zu behandeln. Und unsere Roboter braucht es für die Coronavirus-Tests.

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Glücklicherweise wurden diese Masken soviel ich weiss dann doch noch durchgelassen. Ich vermute, weil man geltend gemacht hat, dass man z.B. auch solche Beatmungsgeräte exportiert. Prinzipiell stimme ich Ihnen aber zu, das Land muss in erster Linie sicherstellen, dass alle eigenen Patienten behandelt werden können. Im Ausland wird nun versucht, andere Unternehmen, wie z.B. Autobauer, für die Produktion von Beatmungsgeräten heranzuziehen. Das müsste in der Schweiz unbedingt auch passieren. Ich fürchte, wir werden nicht genügend Geräte haben und tun nicht alles erdenkliche, um die Produktion zu steigern.

Deutschland beschlagnahmt Gesichtsmasken für die Schweiz! Die Firma Hamilton in Domat/Ems stellt im 24-Stunden-Betrieb Beatmungsgeräte für EU-Länder her. Da die Schweiz davon auch zu wenig hat, sollte man diese im gleichen Stil auch für die Schweizer Bevölkerung beschlagnauhmen. Switzerland first. Der Bundesrat muss zwingend handeln!

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