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Die Logopädie hilft, die Sprache zu finden

Ständig Wörter suchen, die Stimme verlieren, Mühe haben mit Schlucken. Das sind unangenehme Situationen, gegen die es aber ein Mittel gibt: die Logopädie. Am heutigen Tag der Logopädie möchte der Deutschschweizer Logopädenverband (DLV) aufzeigen, wem und wann diese Therapieform alles helfen kann.

Simone
Zwinggi
Freitag, 06. März 2020, 04:30 Uhr Vielseitiger Beruf
Ob jemandem beim Sprechen oder beim Schreiben die Sprache fehlt: Die Logopädie hilft, die Kommunikation aufrechtzuerhalten.
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Ein Schüler, der lispelt, ein Kind, das stottert: Ist es das, woran Ihr denkt, wenn Ihr das Wort Logopädie hört? «Mein Beruf als Logopädin ist sehr vielseitig», erklärt Susanne Brunelli-Steiger, Leiterin Logopädie am Kantonsspital Graubünden. Und tönt damit an, dass die Logopädie über das Schulzimmer hinausgeht. Ein Logopäde komme bei Leuten zum Einsatz, die Schwierigkeiten hätten mit der Sprache, so Brunelli-Steiger. «Zum Beispiel, wenn jemand etwas erzählen will und die Wörter nicht findet, wenn jemand nicht mehr deutlich sprechen kann, Mühe hat beim Lesen und Schreiben oder heiser ist, plötzlich die Stimme verliert. Aber auch bei Schluckstörungen, wie sie nach Operationen auftreten können.» Als Logopädin erstelle sie eine Diagnose und plane eine entsprechende Therapie. Für Menschen in allen Alterskategorien.

Logopäden gesucht

In der Deutschschweiz arbeiten gemäss einer Mitteilung des DLV aktuell rund 2500 Logopäden. Über 75 Stellen seien im Februar unbesetzt gewesen. «Der Fachkräftemangel ist auch in Graubünden ein Thema», sagt Brunelli-Steiger. Eine genaue Zahl dazu ist ihr aber nicht bekannt. «In Schulen, in der Integration oder auch bei der Arbeit mit Erwachsenen werden stets Logopäden gesucht. Immer wieder gelangen Anfragen zu uns ins Kantonsspital.»

Wörter suchen, stottern: Die Logopädie hilft.

Wer die Ausbildung zur Logopädin in Angriff nehmen will, kann in der Deutschschweiz zwischen vier Ausbildungsstätten wählen: Zürich, Basel, Rorschach und die die Universität Freiburg. Eine abgeschlossene Matura ist die Voraussetzung für das dreijährige Studium mit Bachelorabschluss, wie Brunelli-Steiger erklärt. «Mittlerweile gibt es aber auch verschiedene Möglichkeiten, auf dem zweiten Ausbildungsweg Logopädin zu werden.»

Grundbedürfnis stillen können

Ob im Vorschulbereich, in der Schule, im Spital oder in der eigenen Praxis: Arbeitsorte für Logopäden gibt es verschiedene. «Man kann sowohl im pädagogischen  wie auch im medizinischen Bereich arbeiten», sagt Brunelli-Steiger. Das Ziel der Logopäden sei, den Menschen zu helfen, eines ihrer Grundbedürfnisse zu stillen: die Kommunikation. «Sich mitteilen, mit anderen Menschen in Kontakt stehen, das ist etwas Grundlegendes für die Menschen. Wir möchten Personen mit Sprachschwierigkeiten dabei unterstützen, die Kommunikation mit anderen aufrechtzuerhalten», so Brunelli-Steiger.

Am Tag der Logopädie sollen in erster Linie Plakate auf die unterschiedlichen Therapiebereiche aufmerksam machen. Auf der Website des DLV werden Filme zur Vielfalt und dem Nutzen der Logopädie gezeigt.

Auch Schluckstörungen sind ein Behandlungsbereich der Logopädie.

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