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Hinter neuen Gitterstäben

Eigentlich hätte es schon im Januar so weit sein sollen. Jetzt nimmt die neue Justizvollzugsanstalt Cazis Tignez Häftlinge auf.

Nadine
Lampert
Mittwoch, 19. Februar 2020, 08:37 Uhr Erste Häftlinge in der neuen JVA eingezogen
Neu in Betrieb: Die neue Justizvollzugsanstalt Cazis Tignez hat die ersten Häftlinge aufgenommen.
OLIVIA AEBLI-ITEM

Die ersten Häftlinge der Vollzugsanstalt Sennhof in Chur haben ihre Zellen in Cazis bezogen. «Der Umzug fand im Verlauf der letzten Woche statt», bestätigte Regierungsrat Peter Peyer gestern am monatlichen Treffen der Regierung mit den Medien.

Die Umsiedlung sei ohne Probleme verlaufen. «Es verlief gestaffelt, aber in geordneten Bahnen», so Peyer. Ein Teil der Häftlinge sei von Securityfirmen, ein anderer Teil von der Kantonspolizei mit Bussen transportiert worden.

Nicht alle Betten besetzt

Ursprünglich hätte der Betrieb des modernsten Gefängnisses der Schweiz bereits am Anfang des neuen Jahres beginnen sollen. Wegen den hohen Anforderungen an die Sicherheit und der Einarbeitung des neuen Personals kam es zu Verzögerungen.

Doch jetzt war es so weit: Der Betrieb im Cazis Tignez wurde aufgenommen. «Die neue Anstalt ist im Moment noch nicht ganz gefüllt», erklärte Peyer. Dies sei zu Beginn hilfreich, damit sich alle an die neue Situation gewöhnen könnten. Die Anstalt hat insgesamt für 152 Häftlinge Platz. Unter anderem 100 Plätze für den Normalvollzug und 20 Plätze für den Spezialvollzug.

Für die Region hat das Gefängnis eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung. Die neue Vollzugsanstalt beschäftigt 110 Personen. Zu den bestehenden 30 Arbeitsplätzen, die vom Sennhof in Chur nach Cazis verlegt werden, wurden 80 neue Stellen geschaffen.

Das neue Gefängnis und das bestehende in Realta zahlen zusammen eine Lohnsumme von 16 Millionen Franken jährlich aus. Auch das Gewerbe dürfte am Neubau Freude haben.

Sennhof wird umgestaltet

Doch was geschieht nun mit der alten Anstalt Sennhof in Chur? «Im Sennhof befindet sich im Moment noch ein Teil der Staatsanwaltschaft», so Peyer. Diese wird im Verlauf des Jahres an einen neuen Standort ziehen.

Im Sennhof soll günstiger Raum für das Gewerbe, Kultur, Studenten und genossenschaftliches Wohnen realisiert werden. Der Grossteil des Komplexes bleibt stehen, darunter auch der charakteristische runde Turm. Der Innenhof soll ausserdem ausgeweitet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Baubeginn ist für die Mitte des Jahres vorgesehen.

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