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Baustelle mit ganz besonderer Aussicht

Die Burgruine Haldenstein bröckelt. Sie bröckelt gewaltig, ist akut einsturzgefährdet. Für 1,75 Millionen Franken wird das 900 Jahre alte Gemäuer nun in zwei Etappen 2020/21 saniert. Aktuell werden an der Süd-, Ost- und West-Seite Gerüste aufgestellt. RSO-Moderatorin Katharina Balzer hat sich auf die 40-Meter-Stahlkonstruktion gewagt.

Südostschweiz
Dienstag, 11. Februar 2020, 17:28 Uhr Sanierung Burg Haldenstein

Wer von Chur aus nach Norden reist und kurz nach den letzten Häusern nach links aus dem Fenster schaut, sieht eines der prominentesten Burgruinen-Duos des Kantons: die Burg Lichtenstein, Katzenburg genannt, und die Burg Haldenstein. Um letztere steht es seit vielen Jahren schlecht. Das rund 900 Jahre alte Mauerwerk gilt als akut einsturzgefährdet. Auch wegen ihrer exponierten Lage auf einem rund 30 Meter hohen Felsblock ist die Sanierung anspruchsvoll und teuer. Im Mai 2019 hat die Gemeinde Haldenstein einen Kredit über 1,75 Millionen für die Sanierung und Sicherung des Bauwerks gesprochen. Bund, Kanton und Gemeinde teilen sich die Kosten.

Diesen Frühling soll es losgehen mit den Bauarbeiten. Zuerst aber müssen die bis zu 40 Meter hohen Ruinenmauern eingerüstet werden. Auch das ist eine nicht ganz einfache Angelegenheit. RSO-Moderatorin Katharina Balzer hat sich mit den Gerüstbauern auf die Stahlkonstruktion gewagt und bekam als Belohnung einen Ausblick über Haldenstein, Chur und die Berge rundherum.

 

Der Blick von der Spitze der Burgruine Haldenstein über Chur und das Rheintal.

Auf den Stahlplattformen des Gerüsts geht es Meter um Meter in die Höhe. Den Blick nach unten wagt Katharina Balzer erst, als sie gemeinsam mit dem Gerüstbauer Valentin Luzi eine Pause einlegt – etwa auf halber Höhe. Dass dieser Auftrag auch für einen erfahrenen Gerüstbauer etwas besonderes ist, sagt Luzi durchaus mit gewissem Stolz in der Stimme: «Wir haben nicht zehn Leute, die diesen Job hier machen können. Da reicht es nicht, schwindelfrei zu sein, da musst du auch noch mutig sein.» Wobei falscher Mut auch wieder fehl am Platz wäre ...

Die grosse Herausforderung an diesem speziellen Gerüst sei, dass man den Bau fast nicht berechnen könne, erklärt Luzi. «In dieser Höhe auf einem Felszahn zu bauen ist schwierig, weil wir keine Basis haben. Die Gerüstbasis ist einzeln fundiert und sehr komplex. Wir konnten nicht einfach sauber starten.» Derzeit sind die Gerüstbauer daran, die Südseite der Burg einzurüsten, die im laufenden Jahr saniert wird. 2021 ist dann die Nordseite an der Reihe.

Ende Januar haben die Gerüstbauer losgelegt, Ende Februar steht das Gerüst. Dann wird es mit Ingenieur und Architektin begangen, die Suva muss den Bau prüfen – unter anderem auf Druck und Zug (etwa wegen des Windes) – und freigeben, und dann können die eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Die erste Etappe soll im Herbst dieses Jahres beendet werden.

Fast 20 Gerüst-Etagen à zwei Meter Höhe ist Katharina Balzer schliesslich hochgestiegen. Wie sie auf die Aussicht aus fast 70 Metern Höhe (Fels plus Burg) reagiert hat, das hört Ihr Euch am besten gleich selbst an:

RSO-Moderatorin Katharina Balzer in luftiger Höhe.

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