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Zwei Tote bei schwerem Zugunglück in Italien - Suche nach Ursachen

Bei einem schweren Zugunglück sind am Donnerstag in Norditalien mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Etwa 30 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt, als die Lok eines Hochgeschwindigkeitszuges auf der Strecke zwischen Mailand und Bologna entgleiste.

Agentur
sda
Donnerstag, 06. Februar 2020, 12:51 Uhr Rom

Ein weiterer Waggon sprang aus den Gleisen und kippte um. An der Unfallstelle in der Nähe von Casal Pusterlengo südöstlich von Mailand lagen Trümmer weit verstreut. Die Toten seien zwei Lokführer gewesen, hiess es.

Das Unglück ereignete sich gegen 5.30 Uhr. Helfer sagten am Morgen im Fernsehen, es hätte noch viel schlimmer ausgehen können, wenn mehr Reisende im Zug gesessen wären. Es handelt sich bei der Strecke um eine viel genutzte Verbindung in Richtung Süden.

Nach Worten des Präfekts der Provinz Lodi, Marcello Cardona, waren so früh nur etwas mehr als 30 Menschen an Bord. Der Unglückszug fuhr nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa mit etwa 290 Kilometern pro Stunde auf gerader Strecke.

Triebwagen gelöst

Bei dem Unglück hatte sich der Triebwagen aus zunächst ungeklärter Ursache vom restlichen Zug gelöst, wie es in ersten Berichten hiess. Er sei gegen ein Objekt auf einem anderen Gleis gestossen, abseits der Strecke in ein Bahn-Gebäude weitergerast und erst danach liegengeblieben. Die restlichen Wagen seien alleine weitergefahren, bis der erste Waggon entgleiste, umkippte und ebenfalls liegenblieb.

Staatsanwaltschaft und Polizei in der Lombardei nahmen Untersuchungen zur Unfallursache auf. Es gab Berichte, dass möglicherweise Bauarbeiten in der Unfallzone oder Weichen-Fehler in dem mehrgleisigen Abschnitt etwas mit dem Unglück zu tun haben könnten. Präfekt Marcello Cardona und andere Verantwortliche sagten jedoch, es sei zu früh für jede Aussage zur Ursache.

Die Verletzten wurden in Spitäler gebracht. Ein Mensch, vermutlich ebenfalls ein Bahn-Beschäftigter, soll schwer verletzt worden sein. Die Behörden teilten jedoch mit, niemand sei in Lebensgefahr. Einige Betroffene konnten das Spital noch am selben Tag verlassen. Die Strecke wurde zeitweise gesperrt. Es kam zu Zugverspätungen.

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