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Regen hier, Buschfeuer dort: Extreme halten Australien in Atem

Heftige Regenfälle haben in Teilen Australiens die Löscharbeiten zahlreicher Buschfeuer begünstigt. Allerdings fielen in einigen Gebieten im Nordosten am Wochenende so grosse Niederschlagsmengen, dass Strassen und Autobahnen unter Wasser standen.

Agentur
sda
Sonntag, 19. Januar 2020, 13:30 Uhr Canberra

Die Behörden warnten vor gefährlichen Springfluten. Der Regen erreichte zudem bei weitem nicht alle Brandgebiete an der Ostküste. In dem besonders stark von Bränden betroffenen New South Wales, dem südlichen Nachbarstaat von Queensland, wüteten am Sonntag immer noch 69 Buschfeuer. Dort waren mehr als 1300 Feuerwehrleute im Einsatz, wie die Feuerbehörde RFS auf Twitter mitteilte.

Die Zahl der Toten seit Beginn dieser Brandsaison im September stieg am Sonntag auf 29: Ein 84-jähriger Mann erlag am Samstag in einem Krankenhaus in Sydney seinen schweren Verletzungen, die er an Silvester bei einem Feuer in Cobargo erlitten hatte, wie die Polizei in New South Wales berichtete.

Damit kamen in diesem Bundesstaat bisher 21 Menschen im Zuge der Buschbrände ums Leben, darunter drei Feuerwehrmänner. In Victoria starben fünf Menschen, davon zwei Feuerwehrmänner und ein Bauunternehmer. In South Australia verloren drei Menschen ihr Leben.

Massensterben bei den Tieren

Die Flammen vernichteten bisher über 11,8 Millionen Hektar Land. Groben Schätzungen zufolge verendeten über eine Milliarde Tiere. Zeitweise hatten auch die grossen Städte wie Sydney mit Rauch und hoher Luftverschmutzung zu kämpfen.

In Melbourne, der Hauptstadt von Victoria, brachten Regenfälle und gedrehte Winde nach Tagen des Rauchs am Sonntag endlich wieder klarere Luft. Menschen mit Atemmasken auf den Strassen wie in den Vortagen waren die Ausnahme. Auf dem Yarra River im Osten der Millionenmetropole waren zahlreiche Ruderboote unterwegs, am Ufer schwitzten Jogger und Rennradfahrer.

Im Melbourne Park liefen unterdessen die letzten Vorbereitungen für die Australian Open, bevor am Montag das erste Grand-Slam-Tennis-Turnier des Jahres beginnt. Auch einige Tennisstars hatten sich in den zurückliegenden Tagen besorgt über die Luftqualität geäussert, manche klagten über Husten und Atemprobleme.

Zustupf für den Tourismus

Die australische Regierung sagte derweil der heimischen Tourismusbranche Millionenhilfen zu, um die Einbussen und Schäden im Zuge der Buschfeuer abzufedern. Für den Wiederaufbau des Fremdenverkehrs, der vor der «grössten Herausforderung der Geschichte» stehe, seien 76 Millionen australische Dollar (gut 50 Millionen Franken) vorgesehen, sagte Regierungschef Scott Morrison am Sonntag. Bereits vor wenigen Tagen hatte er 50 Millionen Dollar dem Schutz der Tierwelt gewidmet.

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