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WEF wird begleitet von Klimaschutz-Protesten

Von Bern über Zürich bis Landquart und Davos. Gegen das 50. World Economic Forum soll mehrfach demonstriert werden. Bei den Kundgebungen in Graubünden steht das Klima im Fokus.

Béla
Zier
Dienstag, 07. Januar 2020, 04:30 Uhr Streik WEF
Davos Kongresszentrum World Economic Forum WEF Hotel Kongress
Die Organisatoren rufen zur «Winterwanderung für Klimagerechtigkeit» während des WEF auf.
ARCHIVBILD / OLIVIA AEBLI-ITEM

In Davos haben die Vorbereitungsarbeiten für das Jahrestreffen des World Economic Forum (WEF) begonnen. Durch den Ort kurven mit Absperrgittern beladene Armeefahrzeuge, entlang der Promenade in Davos Platz werden Temporärbauten erstellt, in denen Firmen am WEF ihre Gäste empfangen und zu Apéroveranstaltungen einladen.

Aber auch im Lager der WEF-Gegnerschaft macht man sich startklar. In Bern und Zürich sowie in Landquart und Davos werden Protestaktionen organisiert.

Auftakt in Landquart

In Graubünden sind bis dato offiziell zwei Demonstrationen gegen das WEF geplant, das vom 21. bis 24. Januar im Davoser Kongresszentrum stattfindet. Zum Auftakt soll am 19. Januar auf dem Bahnhofplatz in Landquart eine einstündige Platzkundgebung durchgeführt werden. Als Organisatoren treten die Verda Graubünden und das Bündnis Klimawanderung auf. Protestiert werden soll für den Klimaschutz.

«Am WEF treffen sich diejenigen, die massgeblich für den Klimanotstand verantwortlich sind und seit Jahren konkreten Klimaschutz verhindern. Die Zeit des Leugnens und Verdrängens ist nun vorbei», heisst es dazu im Protestaufruf der Verda Graubünden im Internet. Ein Gesuch für die Kundgebung in Landquart liege vor, sei aber noch nicht bewilligt, teilte André Kraske, WEF-Sprecher der Bündner Regierung, gestern auf Anfrage mit.

Wander-Demo mit Greta?

Die Demonstration in Landquart bildet zugleich den Beginn einer bislang noch nie da gewesenen Anti-WEF-Protestaktion. Folgen soll gleichentags der Aufbruch zu einer «Winterwanderung für Klimagerechtigkeit», die in drei Tagesetappen von Landquart über Schiers und Klosters nach Davos führt. Die Idee dazu stammt von der Gruppierung «Strike WEF». Ihr Aufruf wird von über 30 in- und ausländischen Organisationen unterstützt. Da die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg als WEF-Teilnehmerin gelistet ist, kann eine Teilnahme ihrerseits an der Winterwanderung nicht ausgeschlossen werden. Man stehe diesbezüglich in Kontakt mit dem Team der 17-jährigen Thunberg, sagte Payal Parekh, Mediensprecherin von «Strike WEF», gestern auf Anfrage der «Südostschweiz».

Abschluss in Davos

Die rund 43 Kilometer von Landquart nach Davos sollen entlang der Strasse zurückgelegt werden. Ein Gesuch für den Klimamarsch liegt laut Kraske bislang nicht vor. Man werde demnächst innerhalb der Gruppierung über diese Eingabe diskutieren, sagte Parekh von «Strike WEF». Sie berichtete davon, dass die Winterwanderung auf immer mehr Interesse stosse und man davon ausgehe, dass sich mehrere Hundert Personen daran beteiligen werden. Auf ihrer Website hat die Gruppierung «Strike WEF» einen Aktionskonsens publiziert, in welchem man sich klar von jeglicher Gewalt distanziert.

Wenn die Teilnehmer der Winterwanderung am 21. Januar in Davos eintreffen, können sie an einer weiteren Demo teilnehmen. Stattfinden soll dieser von der Juso Graubünden organisierte Klimaschutz-Protest in Davos Platz, bewilligt ist der Anlass gemäss Gemeinde Davos noch nicht.

In den Städten auf die Strasse

Auf Internetplattformen wird aktuell auch für Anti-WEF-Proteste in zwei Städten mobilisiert. So soll am 18. Januar in Bern und am 22. Januar dann in Zürich gegen die 50. Durchführung des Jahrestreffens demonstriert werden.

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