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Der Bezug des neuen Gefängnisses verzögert sich

Im vergangenen Herbst wurde die neue geschlossene Justizvollzugsanstalt (JVA) Cazis Tignez fertiggestellt, Anfang des laufenden Monats hätten die ersten Insassen das neue Gebäude beziehen sollen. Dazu kam es aber nicht. «Die sehr hohen Anforderungen an die Sicherheit führen zu einer Verzögerung», sagt Mathias Fässler vom Amt für Justizvollzug.

Simone
Zwinggi
Dienstag, 07. Januar 2020, 17:30 Uhr Testphase dauert an
Im Herbst wurde die JVA Cazis Tignez fertig gebaut, bis spätestens Ende März soll sie bezogen werden.
AMT FÜR JUSTIZVOLLZUG

Mitte Oktober des vergangenen Jahres war es, als die dreijährige Bauphase der neuen JVA Cazis Tignez beendet wurde. 120 Millionen Franken kostete der Bau der riesigen Anlage, die total 152 Häftlingen Platz bieten soll. Damals planten die Verantwortlichen eine Testphase bis Ende Jahr, damit Anfang Januar die ersten Häftlinge in das neue Gebäude hätten einziehen können.

Doch nun verzögert sich die Inbetriebnahme der neuen JVA. Mathias Fässler, Leiter Amt für Justizvollzug, nennt zwei Bereiche, in denen derzeit der letzte Feinschliff vollbracht werden muss. «Zum einen müssen wir an die Sicherheitssysteme sehr hohe Anforderungen stellen, und das Ganze ist äusserst komplex. Bis alles tadellos funktioniert, brauchen wir mehr Zeit als ursprünglich angenommen.» Zur Veranschaulichung: Jede einzelne Tür muss geöffnet und geschlossen, jeder einzelne Lichtschalter betätigt, jedes Fenster, jede Überwachungskamera kontrolliert werden. «Die Kontaktaufnahme von jeder Zelle zur Zentrale und jeder Rauchmelder müssen funktionieren – dies ist äussert wichtig in einem Notfall. Schliesslich sind wir dafür verantwortlich, dass die Insassen wohlbehalten sind», führt Fässler weiter aus.

Mehr Zeit für das Personal

Zum anderen ist es auch die Eingewöhnung des Personals, die mehr Zeit braucht. «Gegenüber dem Sennhof haben wir sehr viele neue Mitarbeitende. Sie alle müssen sowohl die neuen Gebäude wie auch die Abläufe in- und auswendig kennen, damit später der Betrieb reibungslos funktioniert», so Fässler. Insgesamt 110 Personen werden in der JVA arbeiten. 30 bestehende Arbeitsplätze wurden von der JVA Sennhof Chur nach Cazis verlegt, 80 Stellen gänzlich neu besetzt.

Einen neuen Bezugstermin haben die Verantwortlichen noch nicht festgelegt. «Spätestens Ende März müssen wir den Sennhof verlassen haben», sagt Fässler. «Und das schaffen wir!»

Weiterhin Gewerbepartner gesucht

In der neuen JVA sind zwei Industrie-Werkhallen, eine Schreinerei und ein Atelier untergebracht. «Von Gesetzes wegen sind die Häftlinge zur Arbeit verpflichtet», führt Fässler aus. «Die Arbeit soll ihnen eine Struktur geben und auch helfen, bei ihrem Austritt wieder Arbeit zu finden.» Um diesen Auftrag erfüllen zu können, ist die JVA auf Gewerbepartner angewiesen. «Wir suchen stets das Gespräch mit Unternehmen, Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben, mit denen wir zusammenarbeiten können» sagt Fässler. «Erst dann können wir unseren Auftrag im Justizvollzug erfüllen.»

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