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Kommentar

Mangelhaft und dilettantisch, aber nach bestem Gewissen übers Ziel hinaus

Oliver
Fischer
Dienstag, 26. November 2019, 11:00 Uhr PUK-Bericht
Scuol Engadin
Scuol, wo Adam Quadroni auf das Kartell aufmerksam machte.
ARCHIV

Jetzt liegt er also vor, der erste Teilbericht der ersten PUK des Kantons Graubünden. Sie untersucht ja das Baukartell und alle damit zusammenhängenden Verflechtungen. In diesem ersten Bericht, ohne Anhang satte 173 Seiten stark, geht es allerdings «nur» um das Vorgehen der Kantonspolizei Graubünden gegenüber Informant Adam Quadroni. Und dabei kommt die Kapo ziemlich schlecht weg. Der damalige Postenchef im Unterengadin schien sich über Befugnisse hinwegzusetzen, im Alleingang psychologische Einstufungen vorzunehmen – die dem betroffenen Adam Quadroni seither nachhängen –, die inhaltlich zumindest zweifelhaft sind.

Da vernachlässigen die Vorgesetzten und Einsatzoffiziere der Kapo aufs anscheinend Sträflichste ihre Führungs- und Sorgfaltspflicht bei der Bewertung von Informationen, die ihnen zugetragen werden. Ein kritisches Nachfragen? Fehlanzeige. Informationen verifizieren? Denkste. Zweitmeinungen einholen oder Quellen überprüfen? Nichts da.

Und dann ist da eine Kesb, die trotz mehrfacher mündlicher Meldungen keine Veranlassung sieht, ein Verfahren im Fall der Familie Quadroni zu eröffnen. Ganz abgesehen davon, dass es im Unterengadin offenbar Usus ist, so lange wie möglich auf schriftliche Dokumentationen – Rapporte oder Protokolle – zu verzichten.

Beim Lesen des PUK-Berichts fragt man sich wiederholt: Kann das wirklich sein? Wie dilettantisch war denn dieses Behörden-Vorgehen? Wie unprofessionell wurde da gearbeitet und wie unfair schien Adam Quadroni vielfach behandelt worden zu sein?

Andererseits muss man auch würdigen, dass die involvierten Behörden-Vertreter dabei vielleicht nicht nach bestem Wissen, aber doch nach bestem Gewissen versucht haben, eine offensichtlich zerrüttete Familiensituation so zu behandeln, dass niemand zu Schaden kommt.

Vielleicht wurde dabei (mehr als einmal) übers Ziel hinausgeschossen, zum Leidwesen von Adam Quadroni. Aber man stelle sich vor, die gleichen Stellen – Polizei, Sozialdienste, Kesb – wären untätig geblieben und es wäre der schlimmstmögliche Fall eingetreten …

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An der Lauterkeit von A.Q. kann man berechtigt zweifeln. Whistleblowing kann man auch als Denunziantentum werten und für diesen Fall ist das ziemlich wahrscheinlich. Ich kenne Hernn A.Q. nicht, aber er wird in der Gegend schon bekannt gewesen sein und man wird wohl nicht ohne Grund relativ rigoros vorgegangen sein. Wir sollten froh sein, dass sich die Polizei um Recht und Ordnung kümmert, besonders in den jetzigen Zeiten wo sich unkontrolliert allerhand Gesindel in unserem Lande tummelt.

Ich kann mir nicht vorstellen das dieser Postenchef von sich aus und unabhänig so gehandelt hat. Der hat sicher einem guten Freund oder Kumpel damit eine kleine Gefälligkeit erwiesen. Hätte ja gut sein können das AQ dadurch für immer geschwiegen hätte.