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Graubünden wird orange

Ab heute Montag machen verschiedene Organisationen in Graubünden gegen häusliche Gewalt und gegen Gewalt an Frauen aufmerksam. Die Farbe der Aktionstage ist orange.

Südostschweiz
Montag, 25. November 2019, 04:30 Uhr Aktionstage gegen Gewalt
Auch das Postautodeck in Chur wird wieder orange beleuchtet.
PRESSEBILD

Jede dritte Frau erleidet in ihrem Leben physische oder psychische Gewalt. Dagegen setzt Graubünden ein Zeichen. Vom 25. November bis 10. Dezember machen verschiedene Organisationen im Kanton mit Veranstaltungen und Aktionen auf alltäglichen Menschenrechtsverletzungen aufmerksam. Besonderes Augenmerk wollen die Aktionstage dieses Jahr auf das Schwerpunktthema Gewalt an Menschen im Alter richten, schreibt der Kanton in einer Mitteilung.

Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen finden oft im Verborgenen statt. Startpunkt der Aktionstage bildet der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Am Montag, 25. November, werden mehrere Gebäude im ganzen Kanton orange beleuchtet, um diese Form von Gewalt symbolisch sichtbar zu machen, heisst es bei der Bündner Koordinationsstelle Häusliche Gewalt. Unter anderen engagieren sich auch die Soroptimist Clubs Chur, Davos und Engiadina sowie die Zonta Clubs Chur und Engiadina an verschiedenen Aktionen, wie diese mitteilen.

Standaktion in Chur

Die orange Beleuchtung des Postautodecks, der Innenräume der Stadtbibliothek, der Graubündner Kantonalbank, des Gartens des Bündner Kunstmuseums, der Villa Planta und weiterer Gebäude in Chur und im ganzen Kanton werden an diesem Tag ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen setzen. In Davos leuchten die Kirche St. Johann, im Engadin das Kraftwerk Islas in der Innschlucht oder das Schloss Tarasp.

Warum sich Bündner Unternehmen an der Aktion beteiligen, begründet die Graubündner Kantonalbank (GKB) stellvertretend wie folgt: «Die GKB hat die Bewilligung erteilt, mit einer orangefarbenen Beleuchtungsaktion für das Thema ‹Gewalt an Frauen› zu sensibilisieren. Als verantwortungsvolles Unternehmen lehnt die GKB jegliche Art von Gewalt und Diskriminierung ab», so Nadja Maurer von der GKB-Medienstelle auf Anfrage.

In Chur wird am Montag, 25. November, ab 12 Uhr an einem Stand vor dem Gerichtsgebäude informiert. Um 17.30 Uhr wird vom Stand aus in der Poststrasse eine Lichterkette gebildet. Alle, die das Anliegen unterstützen möchten, sind gemäss der Mitteilung willkommen.

Schwerpunktthema Gewalt an Menschen im Alter 

Gewalt gegen ältere Menschen im häuslichen Bereich ist ein Tabuthema. Aus Familienloyalität, Scham oder Angst schweigen viele Betroffene. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die betreuungs- und pflegebedürftig sind. Misshandlungen im Alter haben viele Gesichter: Verbale Aggressionen, psychische Gewalt, Vernachlässigung, finanzieller Missbrauch, soziale Isolation oder körperliche Misshandlungen. Deshalb bildet Gewalt an Menschen im Alter das diesjährige Schwerpunktthema der Aktionstage.

Die kantonale Koordinationsstelle Häusliche Gewalt setzt sich in Graubünden für die interdisziplinäre und professionelle Zusammenarbeit sämtlicher im Bereich häuslicher Gewalt tätigen Behörden und Institutionen ein und koordiniert die Aktionstage. (so)

Häusliche Gewalt umfasst alle Handlungen körperlicher, sexueller, psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt, die innerhalb der Familie oder des Haushalts oder zwischen früheren oder derzeitigen Eheleuten oder Partnern vorkommen. Häusliche Gewalt ist strafbar und wird von Amts wegen verfolgt. Die Schweiz ist dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt beigetreten. Insgesamt erleidet jede dritte Frau in ihrem Leben physische oder psychische Gewalt – eine Tatsache, die für die Betroffene grosses Leid bedeutet und eine Menschenrechtsverletzung darstellt. (so)

Hier gehts zum Programm der Aktionstage.

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