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Warm und trotzdem viel Regen im Oktober

Der Oktober 2019 war warm. Seit Beginn der Messungen im Jahr 1864 gab es nur vier Jahre, in denen der Oktober in der Schweiz wärmer war. Deshalb zeigte sich auch der Herbst im Engadin später als gewohnt.

Anna
Nüesch
Donnerstag, 31. Oktober 2019, 04:30 Uhr Überdurchschnittlich

Die Schweiz registrierte im Durchschnitt den fünfwärmsten Oktober seit Messbeginn. In einigen Regionen der Schweiz war es gar der mildeste oder zweitmildeste Oktober. Trotzdem brachte der vergangene Monat auch reichlich Niederschlag, gerade an der Alpensüdseite. Dies besagen die Zahlen des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie in einer Mitteilung zum Ende des Monats.

Warm, wärmer, Oktober

Der Oktober war laut dem Bund der fünfte Monat in Folge, welcher mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen auf sich aufmerksam machte. Mit 8,5 Grad im landesweiten Mittel stieg die Oktobertemperatur zwei Grad über die Norm von 1981 bis 2010.  

Sonnig zeigten sich die ersten zwei Wochen des Oktobers. So erreichten die Tageshöchsttemperaturen im Wallis und in der Nordwestschweiz zeitweise bis zu 24 Grad.

Eine Analyse der Messzahlen von Davos zeigte auf, dass die Tageshöchsttemperaturen fast immer auf die Tage zwischen dem 12. und 17. Oktober fallen. Auch dieses Jahr fiel der sogenannte «Altweibersommer» auf diese Tage. Der Altweibersommer bezeichnet die Schönwetterphase im Herbst, welche sich in Berglagen über dem Nebelmeer am deutlichsten zeigt.

Nebst den hohen Temperaturen brachte der zweite Herbstmonat reichlich Niederschlag. Die Alpensüdseite mit dem Tessin und Teilen von Südbünden registrierte in vielen Gebieten über 150 Prozent der Norm der letzen 30 Jahren. 

Wo bleibt das Gold?

Laut der Bilanz des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie blieben die Blätter länger grün. Erst Mitte Oktober zeichneten sich markante Färbungen ab. Die Lärchen verfärbten sich an den Engadiner Stationen zwischen dem 10. und 21. Oktober. Das ist spät.

Der Grund für diese späte Blattverfärbung liegt in den hohen Temperaturen der Monate September und Oktober. Obwohl die Blattverfärbung durch die abnehmende Tageslänge gesteuert wird, vermögen hohe Temperaturen in diesen Monaten die Verfärbung zu verzögern. Im Oktober gab es nur wenig kühle Nächte. Diese wären nötig, um zusammen mit viel Sonnenschein am Tag die Blattfarben intensiv leuchten zu lassen. Zumindest im Mittelland fehlten in diesem Jahr die sehr intensiven Herbstfarben.

Unser Multimedia Producer und Fotograf, Marco Hartmann, hat die intensiven und berühmten Herbstfarben im Engadin einfangen können:

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