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Nach den Gewittern kommt das Hochwasser

In Graubünden ist es in der Nacht auf Dienstag zu Unwettern gekommen. So regnete es vielerorts stark und teilweise gab es extreme Gewitter. Der Bund warnt in der ganzen Südostschweiz vor Hochwasser, da die Pegelstände kritisch sind.

Südostschweiz
Dienstag, 11. Juni 2019, 06:44 Uhr Die Gefahr bleibt

Laut den Unwetterkarten waren neben Graubünden auch einige Regionen in der Romandie, die Zentralschweiz und das Tessin von den Unwettern betroffen. Für die Region Chur wurde sogar ein Unwetter der Stufe Rot registriert. Das Zentrum der Gewitter hat aber im Berreich Innerferrera gelegen. «Die Gewitter zogen von der Surselva und dem Rheinwald Richtung Prättigau», sagte Sarina Scheidegger von Meteotest gegenüber Radio Südostschweiz. Teilweise habe es sehr grosse Regenmengen gegeben. «Zum Beispiel in Disentis haben wir über die letzten zwei Tage 86mm gemessen», so Scheidegger. Die Unterschiede innerhalb der Südostschweiz seien aber sehr gross. In Chur liege der Messwert bei 24mm und in Glarus bei 36mm. Noch weniger geregnet hat es im Unterengadin, wo der Wert der letzten zwei Tage bei 7mm liegt.

Die heftigen Gewitter haben in Graubünden auch zu Schäden geführt. Insgesamt acht Fälle sind der Kantonspolizei Graubünden bekannt, wie der Mediensprecher Markus Walser sagt. «Dabei sind aber keine Personenschäden zu verzeichnen. Es handelt sich um Sachschäden an Fahrzeugen oder den Strassen.» So seien beispielsweise in Bergün, Tujetsch, Waltensburg und Zillis Strassen von Geröll, Steinen und Wasser überschwemmt worden. In Tujetsch musste die Oberalpstrasse sogar zeitweise gesperrt werden. Immer noch gesperrt ist der Lukmanierpass. Dies wegen einer Rüfe.

Kritische Pegelstände

Das Bundesamt für Umwelt warnt unterdessen auf seiner Webseite vor möglichem Hochwasser in der Region. So bestehe für den Rhein oberhalb der Mündung Landquart eine erhebliche Hochwassergefahr. Mässige Gefahr herrsche für kleine und mittelgrosse Flüsse in den Bündner Südtälern, dem Engadin, den Glarner Alpen, Mittelbünden und in Nordbünden.

Bereits wegen Hochwasser gesperrt wurde die A2 am Gotthard zwischen der Verzweigung Altdorf und Amsteg in beiden Richtungen, wie TCS Verkehr in der Nacht auf Twitter mitteilte. Laut TCS Verkehr gibt es auch im Tessin viel Geröll auf einigen Strassen.

Die Schweizerischen Rheinhäfen melden am Dienstagmorgen, dass die Hochwassermarke I am Pegel Basel-Rheinhalle überschritten wurde. Der Aktuelle Pegelstand betrage 719 cm.

Wegen der anhaltenden Niederschläge führt die Reuss im Kanton Uri viel Wasser. Die Pegel überschritten einen Grenzwert, weshalb laut der zuständigen Kantonspolizei in der Nacht auf Dienstag diverse Interventionsmassnahmen eingeleitet werden mussten. Am Sonntagabend ging ausserdem bereits ein Murgang auf die Strasse zwischen Wassen und Meien nieder. Es kam dabei zwar niemand zu Schaden, wie ein Sprecher der Kantonspolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montagabend sagte. Die Strasse musste dennoch für den Verkehr geschlossen werden.

Obendrein wurde laut der Kantonspolizei Uri die Strasse Gurtnellen UR - Intschi UR wegen Elementarereignissen gesperrt. Im Bereich Gurtnellen, Steintal, ging eine Schlammlawine nieder und habe einen Personenwagen beschädigt. In der Folge mussten laut den Behörden neun Personen aus dem Gefahrenbereich evakuiert werden. Verletzt wurde beim Niedergang aber niemand.

Gegen 5.00 Uhr habe sich die Lage normalisiert und die A2 wurde für sämtlichen Verkehr wieder geöffnet, hiess es weiter im Communiqué der Kantonspolizei Uri am Dienstagmorgen. (sda/so)

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