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Adrian Hirt und das zerstörte Lebenswerk

Der Brand, der am Sonntag in Tschiertschen gewütet hat, zerstörte einen Grossteil der Existenz von Adrian Hirt. Von seinem Alpenhirt-Lädeli ist nicht mehr viel übrig. Trotzdem ist Hirt zuversichtlich.

Seraina
Zinsli
Dienstag, 30. April 2019, 04:30 Uhr Nach Brand in Tschiertschen
Adrian Hirt erzählt im Beitrag von TV Südostschweiz wie es ihm nun geht. ANDRI FLURY

Bereits wenn man vor dem Haus steht, steigt einem der Geruch von Verbranntem und Russ in die Nase. Am vergangenen Sonntag stand im Dorfzentrum von Tschiertschen ein Gebäude in Flammen. Auch vom Brand betroffen war das Alpenhirt-Lädeli, das unter anderem Trockenfleischspezialitäten, Hanfprodukte und sozial produzierte und gehandelte Spezialitäten und Kuriositäten anbietet.

Vom Alpenhirt-Lädeli ist nicht mehr viel übrig: Im Inneren des Gebäudes lässt sich nur noch erahnen, wie sehr die Flammen gewütet haben müssen. «Das Lädeli, die Wohnung unterhalb des Lädelis und auch die beiden Büros im ersten Stock – alles ist zerstört», erzählt Adrian Hirt, Gründer und Geschäftsleiter des Alpenhirts. Man merkt, dass ihm der Anblick der Zerstörung schwerfällt. Doch das sei noch nicht alles. Hirt hat über den Büroräumen gewohnt, und auch davor hat das Feuer keinen Halt gemacht. «Auf der einen Seite musste das Haus wegen der Löscharbeiten sogar aufgeschnitten werden», berichtet er. Grosse Schäden seien auch aufgrund der Rauchentwicklung entstanden.

Adrian Hirt Alpenhirt  Brandruine Tschiertschen
So sieht es im Laden nun aus. PHILIPP BAER

«Wir stehen unter Schock»

«Als ich vom Brand erfahren habe, wollte ich es erst gar nicht richtig wahrhaben», sagt Hirt. Er habe daraufhin seinen Nachbarn angerufen, und als dieser aus dem Fenster geschaut habe, habe er den Brand bestätigt. «Ich bin sofort hergefahren und sah, wie mein ganzes Hab und Gut brannte. Wir stehen alle noch unter Schock.»

Jetzt kommen erst einmal die Versicherung und der Gebäudeschutz und begutachten alles, wie Hirt erklärt. Seine Gedanken seien aber auch bei dem schwerverletzten Brandopfer. «Ich hoffe, dass es ihm gut geht.»

Ein Lichtblick

«Unser Schaden ist materiell.» Das Lädeli, in dem das ganze Herzblut drinstecke, wo alle Gäste begrüsst wurden, sei zwar zerstört. Aber die Fleischprodukte seien an einem anderen Ort – einem benachbarten Gebäude, das vom Brand verschont blieb – gelagert gewesen. «So können wir wenigstens diese Kunden weiterhin beliefern.» Es handelt sich dabei um Wiederverkäufer und Private, die über den Online-Shop beliefert werden. «Von dem her können wir vorwärts schauen.»

Hirt habe seit dem Tag des Brandes weit über 500 SMS, Whatsapp-Nachrichten und Nachrichten über die Sozialen Medien bekommen. Eine riesige Anteilnahme von Leuten und anderen Produzenten, die sagen, sie würden helfen aufzuräumen und aufzubauen.

Anteil nimmt beispielsweise auch der Bündner Regierungspräsident Jon Domenic Parolini. Er reagiert auf einen Facebook-Beitrag von Alpenhirt und schreibt: «Das tut mir so leid für Euch. Ich wünsche den beiden schwer verletzten Personen gute Genesung. Der ganzen Alpenhirt-Crew gute Erholung vom Schock, alles Gute zum Überwinden des Schmerzes und aller Komplikationen und Einbussen nach der Zerstörung.»

Es sei ein grosser Lichtblick, dass die Unterstützung so gross sei, sagt Hirt. Nicht nur in Graubünden, auch aus Deutschland oder aus dem Südtirol hat Hirt aufbauende Nachrichten erhalten.

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