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Luven wartet auf den grossen Erdrutsch

Am 12. März ging in der Val Pilac bei Luven ein Erdrutsch nieder. Am vergangenen Samstag stürzte auch die Scheune, die am Rand der Abbruchstelle stand, in die Tiefe. Nun wartet man darauf, dass sich noch mehr Erdmaterial in Bewegung setzt.

Simone
Zwinggi
Mittwoch, 10. April 2019, 04:30 Uhr Erdrutsch reisst Scheune mit

Als sich am 12. März oberhalb von Luven bei der Val Pilac Erdmaterial löste und Richtung Strasse rutschte, blieb ein bizarres Bild zurück: Wie auf einem kleinen Podest, ein wenig tiefer als die Abbruchstelle des Erdrutsches, blieb eine Scheune stehen. Eine Ecke schwebte in der Luft, wie das Video von RTR zeigt.

Der erste Erdrutsch im Video. QUELLE: RTR.CH

In der Folge wurde die Kantonsstrasse zwischen Ilanz und Luven aus Sicherheitsgründen für einen Tag gesperrt, wie Nadja Wielath vom kantonalen Tiefbauamt erklärt. In dieser Zeit konnte man Luven via Meliorationsstrasse erreichen. Nach weiteren Abklärungen vor Ort wurde die Kantonsstrasse wieder freigegeben. «Danach blieb der Hang aber in Bewegung», sagt Wielath. Zwei bis drei Zentimeter würde sich die Erdoberfläche pro Tag bewegen. Die Messungen würden Zuständige des Tiefbauamtes vornehmen, so Wielath.

Am vergangenen Samstag verlor schliesslich auch die kleine Scheune den Halt. «Es war 15 Uhr, als die Scheune den Hang hinunterrutschte», erzählt Andreas Stucki, Ansprechperson für Naturgefahren bei der Gemeinde Ilanz. Auf etwa 70 Meter schätzt Stucki die zurückgelegte Distanz. Das mitgerissene Erdmaterial sei aber nicht bis auf die Strasse gelangt.

So sieht es derzeit in Luven aus. VIDEO MARCO HARTMANN

Abwarten und beobachten

Derzeit beobachtet man in Luven aufmerksam die Situation rund um den Hangbruch. «Meine Beobachtungen zeigen, dass sich das Erdmaterial stärker bewegt, sobald genügend Feuchtigkeit vorhanden ist», sagt Stucki. Ob und wann es nochmals einen Erdrutsch gebe, könne leider niemand voraussagen. Es sei aber bestimmt von den Witterungseinflüssen abhängig, so Stucki.

Bis am Hang aber noch mehr passiert, soll die abgestürzte Scheune zumindest teilweise geborgen werden, erklärt Stucki. «In der kommenden Woche werden wir die Situation mit einer spezialisierten Firma begutachten. Wir möchten abklären, ob wir das Blech des Hüttendachs, das darin gelagerte Holz und weiteres landwirtschaftliches Zubehör bergen können.» Dies würde mit einem Kran mit langen Greifarmen geschehen.

Weiter werde die Abbruchstelle grosszügig abgesperrt, sagt Stucki. Ein Wanderweg führe aber nicht direkt dort vorbei. Die angrenzende Wiese wird gemäss Stucki im Sommer üblicherweise gemäht, die Scheune gehört einem Bauern aus Luven. Sollte sich unerwartet viel Material lösen, wären zwar keine Wohnhäuser, aber eine Sägerei betroffen. Sie befindet sich in der Kurve unterhalb des Erdrutsches.

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