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Der Berg in Bewegung - Chronik der stetigen Gefahr

Erdrutsche, Murgänge und Bergstürze ereignen sich in der Schweiz immer wieder - ja recht häufig. Fast jedes Jahr gibt es deswegen Tote und Verletzte. Ein Auszug der folgenschwersten Ereignisse in Graubünden.

Südostschweiz
Mittwoch, 10. April 2019, 04:30 Uhr Flims ist kein Einzelfall
Der Felssturz in Fidaz: Das Bild der totalen Zerstörung.
KEYSTONE

Auf dieses Jubiläum möchte man verzichten: 80 Jahre Felssturz bei Fidaz in Flims. Und doch darf das Naturereignis nicht in Vergessenheit geraten, erinnert es uns doch daran, wie hart die Natur, der Moment zuschlagen kann. Und das jederzeit.

Bilder aus der jüngsten Vergangenheit sprechen Bände.

März 2019

Felsbrocken begraben die Engadinerstrasse zwischen Martina und Vinadi auf etwa 20 Metern regelrecht. Die Felsmassen türmen sich fast acht Meter hoch, 800 Kubikmeter Fels lösen sich.

August 2017

Es ist der grösste Bergsturz in der Schweiz seit über 130 Jahren. Drei Millionen Kubikmeter Fels donnern am Piz Cengalo ins Tal. Das entspricht dem Volumen von bis zu 4000 Einfamilienhäusern (!). Die Solidarität ist riesig: Über 14 Millionen Franken an Spendengeldern fliessen ins Bergell. Demgegenüber ist noch nicht beziffert, auf wie viele Millionen Franken sich die Schäden belaufen. 

Menschenleben gefordert

Bondo hält uns auf tragische Weise vor Augen, dass sich hinter den  spektakulären Ereignissen wie bei Erdrutschen, Murgängen und Bergstürze regelrechte Schicksalsschläge verbergen. Ein Blick zurück bis ins Jahr 2000.

  • 23. August 2017: Acht Wanderer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen beim Naturereignis in Bondo ums Leben. 
  • 13. August 2014: Bei Tiefencastel wird ein Zug der Rhätischen Bahn von einer Hangmure aus den Schienen geworfen. Ein Passagier wird tödlich verletzt, acht weitere Personen erleiden schwere Verletzungen.
  • 26. Juli 2013: Eine Alphirtin kommt im Misox in einem grossen Felssturz um, als sie aus ihrer Hütte in der Val Cama fliehen will.
  • 30. März 2012: Der Chauffeur eines deutschen Reisecars wird bei einem Erdrutsch im Unterengadin getötet, als sein Fahrzeug auf der Kantonsstrasse zwischen Martina und Vinadi von den Erdmassen verschüttet wird.
  • Ende Dezember 2011: Am Ort des Bergsturzes vom 23. August 2017 geht ein Felssturz von 1,5 Millionen Kubikmetern vom Piz Cengalo grösstenteils unbemerkt nieder. Verletzt wird niemand.
  • 5. August 2006: Eine Autofahrerin kommt bei Duvin im Lugnez durch einen Steinschlag um.
  • 16. November 2002: Dauerregen verursacht in der ganzen Schweiz Erdrutsche und Überschwemmungen. In Schlans gibt es bei einem Erdrutsch mehrere Verletzte.

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