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Die Lawinengefahr ist erheblich und dürfte grösser werden

Es liegen gewaltige Schneemengen in Graubünden und Glarus. Entsprechend viele Wintersportler zieht es in die Berge. Aber es ist die Vorsicht geboten, denn die Lawinengefahr ist nicht zu unterschätzen und dürfte grösser werden.

Südostschweiz
Freitag, 11. Januar 2019, 17:35 Uhr Vorsicht in den Bergen

Nach den ergiebigen Schneefällen der vergangenen Tage dürfte es sicher denen einen oder die andere von Euch in die Berge ziehen. Dabei ist aber auf den Pisten und vor allem abseits davon Vorsicht geboten, denn die Lawinengefahr ist fast im ganzen Kanton Graubünden erheblich – und sie dürfte übers Wochenende grösser werden, weil erneut Neuschnee angesagt ist.

Hier darum für Euch das aktuelle Lawinenbulletin (Stand Freitag, 17 Uhr) von SLF:

Schneedecke 

Die besonders am Alpennordhang sowie in Nordbünden teils mächtigen Neu- und Triebschneeschichten der vergangenen Tage verfestigen sich. Diese Schichten liegen vor allem am westlichen Alpennordhang auf einer teils ungünstigen Altschneedecke, in welcher Krusten und Schwachschichten eingelagert sind. Dort können Lawinen in diesen Schwachschichten ausgelöst werden und den gesamten Neu- und Triebschnee der vergangenen Tage mitreissen. In den Hauptniederschlagsgebieten am östlichen Alpennordhang sind solche Schwachschichten weniger ausgeprägt und mächtig überdeckt. 

An steilen Wiesenhängen sind besonders in den neuschneereichen Gebieten am Alpennordhang, in Nordbünden und im nördlichen Unterengadin Gleitschneelawinen zu erwarten.

Neuschnee aktuell

Seit Donnerstagnachmittag fielen am östlichen Alpennordhang noch etwa 20 cm Schnee bis in tiefe Lagen, am übrigen Alpennordhang und in Nordbünden wenige Zentimeter. Damit fielen von Dienstag bis Freitagmorgen in drei Tagen oberhalb von 1500 m insgesamt folgende Schneemengen:

Alpennordhang östlich von Interlaken ohne Gotthardgebiet: 80 bis 100 cm, am östlichen Alpennordhang bis zu 130 cm 

übriger westlicher Alpennordhang ohne Chablais, nördliches Wallis, Gotthardgebiet, Nordbünden, Samnaun: 40 bis 60 cm

Jura: 30 bis 40 cm 

Chablais, südliches Wallis ohne Vispertäler und ohne Simplon Gebiet, Mittelbünden, übriges Unterengadin: 15 bis 30 cm

sonst wenige Zentimeter oder trocken

Wetter Prognose bis Samstag, 12.01.2019 

In der Nacht fällt im Norden und in Graubünden etwas Schnee bis in tiefe Lagen. Tagsüber ist es im Wallis vom Morgen an ziemlich sonnig, in den übrigen Regionen hellt es aus Westen allmählich auf. An den Voralpen bleibt es meist bewölkt. Im Süden ist es ziemlich sonnig.

Neuschnee

nördlicher Alpenkamm östlich des Wildstrubels, Nordbünden: 5 bis 10 cm

übrige Gebiete weniger, im südlichen Wallis und am Alpensüdhang trocken

Temperatur

am Mittag auf 2000 m bei -6 °C im Norden und bei 0 °C im Süden

Wind

im Hochgebirge und im Süden teils starker Wind aus nördlichen Richtungen

im Norden und inneralpin auf 2000 m zunächst schwacher Nordwind, am Nachmittag am Alpennordhang auffrischender Westwind

Tendenz bis Montag, 14.01.2019

Mit starkem bis stürmischem Nordwestwind schneit es anhaltend und intensiv. Am nördlichen Alpenkamm östlich des Wildstrubels, in Nordbünden und im Samnaun wird etwa 1 m Neuschnee erwartet. Die Schneefallgrenze steigt am Sonntag auf etwa 1000 m und sinkt danach wieder ab. Nur ganz im Süden ist es mit stürmischem Nordwind meist sonnig und trocken. 

Die Lawinengefahr steigt kontinuierlich an. In den Hauptniederschlagsgebieten werden zunehmend sehr grosse Lawinen erwartet. Die Gefahrenstufe 4 (gross) wird dort voraussichtlich im Verlaufe des Sonntags erreicht. Im Westen und in Teilen Mittelbündens ist ein Anstieg der Lawinengefahr auf die Stufe 4 (gross) möglich. Ganz im Süden ändert die Lawinengefahr kaum.

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