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Berghaus von Umwelt abgeschnitten - die Eingeschlossenen freuts

Das Berggasthaus Michelshof oberhalb von St. Antönien ist derzeit von der Umwelt abgeschnitten. Für die Wirte ein Grund sich (noch) zu freuen, zumal auch die Gäste zufrieden und die Vorratskammern gut gefüllt sind.

Südostschweiz
Donnerstag, 10. Januar 2019, 11:51 Uhr Wegen Lawinengefahr
Das Berggasthaus Michelshof oberhalb von St. Antönien versinkt derzeit im Schnee.
PRESSEBILD

Eine Gruppe Menschen, eingeschlossen in einem Berghaus, abgeschlossen vom Rest der Welt, draussen tobt ein Schneesturm und ein Wegkommen ist nur zu Fuss durch den Tiefschnee möglich, während jederzeit ein Lawinenabgang droht. Was klingt wie die Ausgangssituation für einen Krimi oder eine Horrorgeschichte, kann tatsächlich eine recht gemütliche Angelegenheit sein. Zumindest wenn man der Erzählung von Käthy Karrer-Britschgi glaubt, die diese Situation jetzt gerade in ihrem Berggasthaus «Michelshof» oberhalb von St. Antönien im Prättigau erlebt.

«Uns geht es wunderbar. Wir geniessen die ruhige, wunderbare Landschaft; das weisse Unberührte», sagt die Gastwirtin gegenüber RSO-Moderator Simon Lechmann. Zudem sei man ja nicht vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten. Zu Fuss sei es möglich – auf Schneeschuhen oder Skiern – hinunter ins Dorf zu gelangen. Darum ist es für sie «einfach herrlich». Wenn man sich nicht davon stressen lasse, dass man halt gewisse Dinge nicht machen kann, sei es wunderbar. Und, die Situation dauere ja nicht ewig.

Besonders an der Situation im «Michelshof» ist zudem, dass das Haus vollbesetzt ist mit Gästen, die nun die volle Aufmerksamkeit der Gastgeber geniessen. «Unsere aktuellen Gäste machen hier einen Wanderführerkurs. Das heisst, sie finden eigentlich gerade die idealen Bedingungen vor», erklärt Karrer-Britschgi. Aber es sei natürlich nicht mit allen Gästen gleich, da gebe es schon auch mal welche, die dann gestresst seien, wenn sie nicht weg können. Am Wochenende war die Strasse zum Beispiel auch zeitweise gesperrt. Da hätte sie einige Gäste dann zu Fuss ins Dorf begleitet, von wo sie mit dem Postauto abreisen konnten. «Man muss halt ein bisschen flexibel sein», meint sie lakonisch.

Aktuell ist der Michelshof seit zwei Tagen von der Umwelt abgeschnitten. Sie seien aber gut ausgerüstet und hätten Essens- und Getränke-Vorräte, die noch eine Weile ausreichen würden, sagt die Wirtin. «Die Laune ist jedenfalls wie gesagt gut. Wir hoffen aber natürlich, dass die Strasse aufs Wochenende hin wieder geöffnet wird und die Gäste dann nachhause gehen können.» (so)

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