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Der Glärnischbligg wird nicht gekauft

Die Reformierte Kirchgemeinde Ennenda wollte die Räume des Glärnischbligg von der Gemeinde kaufen, weil der Pachtvertrag auslief. Man konnte sich nicht einigen, weshalb nun andere Lösungen gesucht werden.

Südostschweiz
Dienstag, 04. Dezember 2018, 04:30 Uhr Reformierte Kirchgemeinde Ennenda
Was mit den Räumen im Glärnischbligg passiert, ist noch nicht geklärt.
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Die Ennendaner Kirchenratspräsidentin Cornelia Deuber konnte am Sonntag, 1. Advent, eine stattliche Anzahl Gemeindemitglieder zur jährlichen Herbstgemeindeversammlung im Glärnischbligg begrüssen. Nach einer Schweigeminute für den im August verstorbenen Heinz Zingg, der Vizepräsident des Kirchenrates war, gab es Informationen über die Arbeit des letzten halben Jahres.

Zum Thema Generationenkirche wies Cornelia Deuber auf ein grosses Treffen am 19. Januar 2019 hin unter dem Titel «Kirche informiert, kommuniziert und kooperiert – wie geht das?». Das fünfjährige Projekt ist zu einem Prozess geworden, der in allen Kirchgemeinden Früchte trägt.

Die neuen Kirchenratsmitglieder brachten frischen Wind in die Ratsarbeit, mit Peter Grimm stellte sich ein weiterer Kandidat vor, der an der kommenden Versammlung zur Wahl stehen wird. Im Mai 2019 wird sich der Kirchenrat zu einer Retraite zurückziehen, an der man sich mit den Folgen der Stelleprozentreduktion im Pfarramt beschäftigen wird und Weichen für die Zukunft stellen möchte. Im Alltag können Tagesfragen, Kontrollen und Organisation einen so grossen Raum einnehmen, dass der kreative, geistliche und inspirierende Teil der Tätigkeit eines Kirchenrates zu verschwinden droht. Der Gefahr des Verwaltens (nur) statt Gestaltens (auch) wollen alle entgegenwirken.

Viel Arbeit mit Liegenschaften

Das Ressort Liegenschaften gab reichlich Arbeit: im Aussenbereich der Kirche mussten die Abwasserrohre ersetzt werden – die budgetierten Kosten von 85'000 Franken wurden eingehalten, 20'000 Franken gabs aus dem Baufonds der Landeskirche. Im Frühjahr wird die Bepflanzung neu gestaltet.

Die Kirchgemeinde hat im Mai und Juni Gespräche mit dem Gemeinderat geführt mit dem Ziel, die Glärnischbligg-Räume zu kaufen. Der zehnjährige Pachtvertrag lief aus, neue Verhandlungen standen an. Die Gemeinde lehnte diesen Antrag ab, nun strebt der Kirchenrat eine Lösung des Problems auf anderen Wegen an.

Traktandiert waren die Vorlage des Budgets 2019 und die Festsetzung des Steuerfusses. Die Anträge des Kirchenrates, dem Budget zuzustimmen und den Steuerfuss bei 9 Prozent zu belassen, wurden von der Gemeinde gutgeheissen.

Gottesdienste an wechselnden Orten

In der Umfrage war die beantragte Beflaggung des Kirchturmes an Festtagen noch einmal Thema. Cornelia Deuber hatte in ihren Ausführungen mitgeteilt, dass der Kirchenrat sich mit diesem Antrag aus der letzten Versammlung beschäftigt hat und ihn nach Abwägung aller Argumente nicht zur Abstimmung vorschlagen wollte.

Ein weiteres Thema war die Gottesdienstfrequenz im Jahr 2019 – der Sonntagsgottesdienst jeden Sonntag ist Geschichte. Aber ihn gibt es schon lange nicht mehr und das nicht nur in Ennenda. Dafür gibt es Angebote in Glarus und Netstal, verbunden mit einem Fahrdienst. Regionale Gottesdienste fordern auch die Pfarrämter aller drei Mittellandkirchen und finden abwechselnd an einem Ort statt. Gastlichkeit ist ein eines der grossen Themen der Generationenkirche.

Schliesslich wurde von Jugendlichen der Wunsch geäussert, einen Gottesdienst eigenständig zu gestalten, der Kirchenrat wird sich dieses Themas annehmen. Nach einer guten Stunde schloss Cornelia Deuber die Versammlung mit dem Hinweis auf die Möglichkeit, weihnachtliche Gaben aus dem Angebot des Bazars erstehen zu können und lud die Gemeinde zu einem Apéro ein. Man blieb gerne gesellig noch eine Weile zusammen.

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