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Für Bündner Stuben hats genügend Christbäume

Durch die Hitze und Trockenheit im vergangenen Sommer sind schweizweit zahlreiche Christbäume eingegangen.

Südostschweiz
Samstag, 01. Dezember 2018, 04:30 Uhr Schäden wegen Trockenheit
Wald
Nicht aus Glarner Wäldern: In Netstal bietet Jürg Lendi Weihnachtsbäume aus Deutschland an.
In ein paar Jahren gibt es möglicherweise nicht mehr genügend Christbäume.

In einem Beitrag des SRF-Magazins «Nuovo» spricht Stefan Oberholzer, Präsident IG Schweizer Christbäume, von einem hohen Ausfall von bis zu 50 Prozent bei den Neupflanzungen. Schuld daran ist die extreme Hitze und Trockenheit im vergangenen Sommer.

Bei den betroffenen Bäumen handelt es sich grösstenteils um neugepflanzte Fichten, die in rund fünf bis acht Jahren in den Verkauf gehen sollten. Laut Oberholzer müsse in Zukunft deutlich mehr bewässert werden, was allerdings zu hohen Mehrkosten führe.

In Graubünden hält sich das Problem in Grenzen

Auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» erklärt Markus Schutz, Geschäftsführer der Gärtnerei Schutz Filisur, dass sich die Trockenheit auch in Graubünden deutlich bemerkbar gemacht hat. «Wir mussten unsere Christbäume deutlich stärker bewässern, um ein Austrocknen zu verhindern. Damit konnten wir dem fehlenden Regen im vergangenen Sommer entgegenwirken. Hätten wir dies allerdings nicht getan, wären auch bei uns viele Bäume eingegangen – auch deshalb, weil bei uns viele Pflanzen in den Töpfen stehen.»

Ausfälle konnten in der Gärtnerei von Markus Schutz dank der ausgiebigen Bewässerung grösstenteils verhindert werden. «Wir hatten einige wenige Ausfälle, nicht aber im grossen Stil.» Den Bäumen schadet aber nicht die Hitze an sich, sondern vielmehr der ausgetrocknete und harte Boden. «Ein Grossteil unserer Bäume steht im Topf. Dies führt dazu, dass die Menge an verfügbarem Wasser im Erdreich von Anfang an deutlich begrenzter ist. In der Folge trocknet der Wurzelballen so auch viel schneller aus und die Nährstoffverfügbarkeit ist bei Trockenheit ebenfalls stark eingeschränkt. Diese zwei Faktoren sind entscheidend für ein gesundes Wachstum der Bäume. Erhalten die Bäume zu wenig Wasser, besteht die Gefahr, dass sich die Christbäume im Herbst gelblich verfärben.»

Bewässerung und Pflanzung sind entscheidend

Wie Oberholzer setzt auch Schutz in Zukunft auf eine starke Bewässerung der Bäume. Laut Schutz kann es aber zudem helfen, wenn die Bäume frühzeitig eingepflanzt werden. «Man sollte darauf achten, die Bäume möglichst früh einzupflanzen. Am besten bereits im Frühling. So haben die Pflanzen noch genug Zeit, ausreichend Wurzeln zu schlagen, die das Erdreich vom Winter noch genug feucht ist. Alternativ bietet sich aber auch ein Einpflanzen im Herbst an.»

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