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«Vaia» toppt «Burglind»

In einer einzigen Nacht sind dem Sturm «Vaia» 60'000 Kubikmeter Holz zum Opfer gefallen. Damit liegt das Schadensausmass höher als bei Sturm Burglind vom Anfang dieses Jahres. Ein Überblick:

Bernhard
Aebersold
Freitag, 09. November 2018, 12:05 Uhr Sturmschäden im Überblick

In der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober hat das Sturmtief «Vaia» in Graubünden und der Schweiz gewütet. Alleine in dieser Nacht fielen den Sturmböen mit Orkanstärke rund 60'000 Kubikmeter zum Opfer. Insgesamt wurden in diesem Jahr bis heute 130'000 Kubikmeter Wald durch massive Winde beschädigt, so viel wie seit 1994 nicht mehr.

Betroffen waren weite Teile des Bündner Kantonsgebietes. «Rund 100 Hektaren Wald fielen alleine in den Gemeinden Davos, Bergün Filisur, Pontresina, Samedan, Poschiavo und Brusio dem Sturm zum Opfer», schreibt die Standeskanzlei Graubünden in einer Mitteilung.

Lawinenschutz wird geprüft

Revierförster lokalisieren aktuell die Schäden und prüfen den Zustand der Wälder. 60 Prozent der Bündner Wälder dienen als sogenannte Schutzwälder vor Lawinen, Steinschlag, Hangrutschungen, Murgängen oder Hochwasser. Auch umgeknickte Bäume können unter Umständen vor Lawinen und Murgängen schützen. Deshalb werden betroffene Waldstücke nicht zwingend geräumt. Wie gut die beschädigten Schutzwälder ihre Funktion noch wahrnehmen können, muss momentan neu beurteilt werden. Stellen die Wälder keinen Schutz mehr dar, werden neue Pflanzungen unerlässlich. 

Gefundenes Fressen für Borkenkäfer 

Einzig in Waldgebieten, die vor dem Borkenkäfer geschützt werden müssen, wird das Sturmholz entfernt oder vor Ort entrindet. Dadurch soll das verfügbare Brutmaterial und Nahrungsangebot für den Borkenkäfer reduziert werden. 

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