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Bilder aus der Churer Kaserne beschäftigen die Justiz

Bilder aus der Churer Kaserne beschäftigen die Justiz

Zwei im Internet veröffentlichte Bilder von Rekruten könnten für die jungen Männer Konsequenzen haben, auch wenn es sich dabei laut Armeesprecher um scherzhafte Handlungen unter Rekruten gehandelt hat.

Südostschweiz
vor 3 Jahren in
Ereignisse

Zwei Bilder aus der aktuellen Rekrutenschule werfen Fragen auf. Sie sind laut der Websites tio.ch/20min.ch auf dem Kasernenareal in Chur entstanden. Auf einem Bild ist ein mit Klebeband gefesselter Rekrut zu sehen. Auf dem zweiten Foto stehen Armeeangehörige unter von einem Vordach fliessendem Wasser. Handelt es sich um Mobbing unter Armeeangehörigen?

Armeesprecher Stefan Hofer widerspricht dem vehement. Der Armeeangehörige auf dem einen Bild liess sich freiwillig mit Klebeband fesseln, sagte Hofer auf Anfrage. Und das Stehen unter den Wasserstrahl diente der Abkühlung, so Hofer. Weiter sagte der Armeesprecher, dass sich keine Kadermitglieder an der Sache beteiligt hätten. «Das Ganze ist unter den Rekruten gelaufen, es war scherzhaft gemeint.» Die Bilder wurden vergangenen Freitag geschossen.

Standardverfahren

Dennoch wird sich die Militär-Justiz mit dem Fall beschäftigen. Denn laut Hofer gilt im Militärdienst die Regel: Es dürfen keine Fotos ins Netz gestellt werden, «um genau solche Fälle zu verhindern», so Hofer weiter. Denn solche Bilder können in der Öffentlichkeit ein schlechtes Bild der Armee abgeben.

Hofer bestätigt das Vorgehen, wie es tio.ch beschrieb: Der Kommandant versucht nun, die Person zu identifizieren, die diese Fotos veröffentlicht hat. Anschliessend kann er ein Disziplinarverfahren einleiten. Kommt es dazu, so droht der betroffenen Person je nach Umständen Busse oder Arrest; also Arbeiten unter Tag und für die Nacht gehts dann ins Arrestlokal. Dies für ein paar Tage und Nächte, wie Hofer vermutet.

Dass Bilder aus der Armee veröffentlicht werden, komme gelegentlich vor, so Hofer. «Insbesondere in den sozialen Medien.» Darum handle es sich auch beim aktuellen Fall um ein Standardverfahren. (phw)

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