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Nur die Corvette trägt einen Schaden davon

Mit nahezu 100 Stundenkilometern Durchschnittsgeschwindigkeit donnern die Wagen auf den Kerenzerberg. Die Rennfahrer demonstrieren Pferdestärken. Da passiert es: Ein Auto überschlägt sich. Ein spektakulärer Crash, der die Gerüchteküche brodeln lässt. Die Polizei erklärt, was Sache ist.

Martin
Meier
Mittwoch, 06. Juni 2018, 04:30 Uhr Automobilsport und seine Risiken
Nur noch Schrott: Viel ist von der Corvette nicht mehr zu erkennen, nachdem der Fahrer mit dem Wagen verunfallt ist.
PRESSEBILD

Zufriedene Veranstalter und zufriedene Zuschauer. 8000 bis 10 000 sind es, die den Rennwagen am Kerenzerbergrennen zujubelten. Da passt ein Unfall so gar nicht in die Erfolgsgeschichte. Passiert ist er trotzdem, ausgerechnet auf der Höhe des VIP-Zelts.

Der Fahrer einer blauen Corvette kommt von der Strasse ab. Vermutlich wegen eines Bremsfehlers. Der Wagen prallt gegen eine Mauer. Danach kommt das Fahrzeug im gegenüberliegenden Wiesland zum Stillstand. Aber nicht, bevor es sich einmal überschlagen hat. Der spektakuläre Crash ereignete sich am Samstag, dem 1. Renntag.

Die Menschenmenge sieht die total demolierte Corvette und sie bekommt mit, wie der Unfallverursacher ins Samariterzelt geht und dann abtransportiert wird – im Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn. «Schwerverletzt», wie einige meinen. Doch dem ist – glücklicherweise – nicht so.

Laut Angaben der Kantonspolizei Glarus erleidet der Fahrer «nur» einen Schock. «Er konnte das Spital gleichentags wieder verlassen», beruhigt Einsatzleiter Anton Landolt, der über den Unfallhergang im Bild ist. Die Polizei besitzt davon ein Video.

«Strassenverkehrsgesetz gilt bei Rennveranstaltung nicht».

Die Gerüchteküche brodelt trotzdem, wohl auch, weil die Polizei über den Unfall nicht aktiv informiert hat. Der Grund dafür ist allerdings einleuchtend. «Die Veranstaltung findet auf einer geschlossenen Anlage statt. Das Strassenverkehrsgesetz ist daher ausgeschaltet. Es darf auf der Strecke mit erhöhter Geschwindigkeit und beispielsweise auch ohne Autonummer gefahren werden», erklärt Landolt. «Die Polizei schreitet nur ein, wenn schwere Personenschäden vorliegen.»

«Am meisten trauert er seinem Wagen nach, den er in Hunderten von Stunden restauriert hat.»

«Ein Fahrzeug muss betriebssicher sein».

Natürlich müssen sich die Autos vor dem Start einer technischen Abnahme unterziehen. «Ein Wagen muss betriebssicher sein», so Landolt. «Es darf beispielsweise auch kein Öl verlieren.» Dass die Rennfahrer ihr Leben nicht fahrlässig riskieren, bewies der ehemalige Formel-1-Rennstallbesitzer Peter Sauber. Bevor er sich am Kerenzer ans Steuer setzte, absolvierte er in Romanshorn ein «Probetraining».

Der Unfallverursacher selbst entschuldigte sich in aller Form bei den Organisatoren für die Umtriebe. «Am meister trauert er seinem Wagen nach, den er in Hunderten von Stunden restauriert hat», sagt Peter Rufibach, der Präsident des Organisationskomitees.

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