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Die härteste U-Haft der Schweiz für Vincenz

Der einstige Bündner Starbanker Pierin Vincenz sitzt immer noch in Untersuchungshaft und muss dabei auf so einiges verzichten.

Südostschweiz
Montag, 30. April 2018, 08:23 Uhr Kein Telefon und kein Internet
Pierin Vincenz Verwaltungsrat Präsident Repower
Pierin Vincenz trägt derzeit definitiv keinen Anzug mehr.
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Der Aufruhr war gross, als vor rund zwei Monaten Pierin Vincenz in Untersuchungshaft gesteckt wurde. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat gegen Vincenz als ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten der Kreditkartengesellschaft Aduno ein Strafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung eröffnet.

Vor rund einem Monat gab es Gerüchte, dass der Bündner auf freien Fuss gesetzt wird. Dem war nicht so und so sitzt Vincenz immer noch in Untersuchungshaft.

Das Onlineportal «20min.ch» hat sich deshalb mit Peter V. Kunz, Experte für Freiheitsentzug, unterhalten. Gemäss Kunz ist es normal, dass der Fall so lange dauere. Wirtschaftsfälle seien besonders kompliziert. Aus der Länge er U-Haft lasse sich deshalb auch nichts ableiten.

Und auch über die Haftbedingungen weiss Kunz Auskunft zu geben. So bekomme man eine Zelle von zwölf Quadratmetern, wenn man Glück habe. Meist würden die Zellen aber nur sechs bis neun Quadratmeter aufweisen.

Kein Internet, kein Telefon

Die Häftlinge hätten zudem täglich Anspruch auf eine Stunde Spaziergang im Hof. Ansonsten sitze man in der Zelle und könne meist Fernsehen. Für die Arbeit an einem Computer brauche man eine Bewilligung und im Falle von Vincenz gebe es wegen der Verdunkelungsgefahr keinen Internetzugang. Alle Briefe, welche in die Zelle gelangen und aus der Zelle verschickt würden, werden überwacht – dies gelte auch für Besuch.

Da der Bündner in Zürich in der U-Haft steckt, komme noch hinzu, dass ein generelles Telefonverbot vorherrsche. Zürich sei im Vergleich mit dem Rest der Schweiz in Sachen Untersuchungshaft eher hart. Diese sind offenbar so streng, dass es gar zum Vorwurf von Menschenrechtsverletzungen kam.

Wie lange Vincenz noch in U-Haft sitzt, lasse sich nicht sagen. Sollte er jedoch für unschuldig erklärt werden, würde er finanzielle Genugtuung und Schadenersatz für den entgangenen Lohn bekommen. (so)

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Über dieses Vorgehen ist man überrascht, wen hat Vincenz bis jetzt geschädigt, bis jetzt niemand, eher noch geholfen, dass die Rsiffeisengruppe unter seinem Kommando gut dasteht, sei nur nebenbei vermerkt, nun verlassen die VR das Schiff und tun so wie sie von nichts wissen. Was haben die Swissair und UBS Verantwortlichen dazumal bekommen, keine U-Haft, kein Gefängnis (trotz Konkurs und Bankenkolaps). Hier wird mit unterschiedlichen Ellen gemässen, ist es jemand aus Zürich,Basel, Bern, ev. noch St Gallen und Luzern kann er mit Wohlwollen rechnen und das vor den Gesetz seien alle gleich sind muss mir niemand erzählen, sonst halte ich dem eine Standpauke , dass im hören und sehen vergeht.