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Doch keine exotischen Tiere im Nationalpark

Der Ostersonntag war geprägt von Fake News. Angefangen bei der Meldung, dass der Churer Architekt Thomas Domenig senior Namibia den Rücken kehre - und mit ihm die Exemplare seines Wildtier-Reservats. Ein Überblick.

Mario
Engi
Sonntag, 01. April 2018, 17:00 Uhr 1. April
Zebra und Bündner Steinbock sagen sich auch weiterhin nicht Gute Nacht im Nationalpark.

Der Architekt Thomas Domenig ist ein Mann der Taten. Und jeden Spass macht auch er nicht mit. Ausser am 1. April.

Ab 2019 müsse die «Omaruru Game Lodge» in Namibia, wo Domenig das halbe Jahr verbringe, auf ihren Vater verzichten, titelte «suedostschweiz.ch» am Sonntagmorgen. «Die Rückkehr nach Chur war mehr Kopf- als Herzentscheid», erklärte Thomas Domenig im Artikel. Die medizinische Versorgung in der Schweiz gehöre zu den besten der Welt. Ein Luxus, den ihm Namibia im fortgeschrittenen Alter nicht bieten könne. 

Domenig käme nicht allein. Einige Exemplare seines Wildtier-Reservats würden bald ein neues Zuhause im Schweizerischen Nationalpark finden. Der Nationalpark, der den Tieren eine neue Heimat biete, erlebe eine unvergleichliche Attraktivitätssteigerung - und er selbst lindere sein Heimweh nach den Tieren, so Domenig im Artikel.

Domenigs Zitate - alle frei erfunden. Ebenso wie der Nachzug, dass der Schweizerische Nationalpark mit der Einfuhr der exotischen Tiere gezwungen sei, künftig Eintritt zu verlangen. Das ganze Interview mit Hans Lozza, Leiter Kommunikation im Schweizerischen Nationalpark, ist in Zusammenarbeit mit dem Direktbeteiligten in fantasievollem Rahmen entstanden. (men/sda)

Jungfreisinnige lassen sich nicht lumpen

Auch die Politik nutzte den 1. April, um sich kreativ auszutoben. Zum Beispiel die Jungfreisinnigen Graubünden. Neben dem Berliner Flughafen gelte die Elbphilharmonie in Hamburg als eine der grössten Bau-Blamagen Deutschlands. Aber auch in Chur gebe es Grossbaustellen, die scheinbar ewig in Bau blieben. Eine dieser Baustellen sei der Grosse Rat. «Auffälligstes Element ist das rund 90 Tonnen schwere Vordach, welches von einem auffälligen Sockel gestützt wird. Dieser Sockel soll nun zu einem Wappen umfunktioniert werden», so die Forderung der Jungfreisinnigen. Das Bündner Wappentier solle aus Bronze gefertigt werden – dem gleichen Material, welches Olgiati für das Geländer der behindertengerechten Eingangsrampe verwendet habe.

FOTOMONTAGE JUNGFREISINNIGE GRAUBÜNDEN

Schock für YB-Fans

Auch grosse Schweizer Medien und Organisationen haben zum 1. April natürlich ihrer Fantasie freien Lauf gelassen.

Einen Schock gabs für YB-Fans bei der Lektüre der «Sonntagszeitung»: Wegen Dutzender «illegaler Halme» auf dem Kunstrasen im Stade de Suisse habe die FIFA dem Leader der Meisterschaft 20 Punkte abgezogen. Die Gräser sollen nämlich zum Teil bis zu 4,5 Zentimeter lang sein, anstatt der vorgeschrieben eineinhalb Inches, also 3,81 Zentimeter.

Ausserdem seien die Ränder zu scharfkantig. Durch den Abzug sei YB nun auf den dritten Platz abgerutscht. Die einzige Möglichkeit, um das Fiasko noch zu verhindern, wäre ein Heimspiel auf einer legalen Unterlage. Deshalb hätten die Club-Verantwortlichen die Fans aufgerufen, am Sonntag um 12 Uhr ein Stück Rasen aus dem eigenen Garten zum Stadion zu bringen.

Zuwanderung begrenzen

Die Junge CVP des Kantons Zürich nahm sich eines der drängendsten Probleme der Zürcherinnen und Zürcher an: nämlich der Aargauer Grenzgänger. Ihre Zahl sei in den letzten Jahren «dramatisch in die Höhe geschnellt», sie gefährdeten Arbeitsplätze, förderten Lohndumping und schadeten den Familien.

Die SBB spiele bei der «unkontrollierten Zuwanderung» die «tragische Rolle als Schlepperin», denn sie befördere die Grenzgänger im Viertelstundentakt mitten ins Stadtzentrum. Die JCVP Zürich forderte deshalb eine Kontingentierung der jährlichen Zuwanderung aus dem Kanton Aargau.

Lausanne wird internationale Jass-Hauptstadt

Gute Nachrichten gab es aus der Westschweiz für die Jass-Fans: Nach Angaben des Kantons Wallis wolle die internationale Jass-Föderation in Lausanne ihren Hauptsitz errichten. «Der Trumpf der Stadt hat gestochen», teilte der Kanton mit. Die Zentrale soll an der Buur-Strasse oder am Drei-Königs-Weg bezogen werden.

Die internationale Alpenschutz-Dachorganisation Cipra schliesslich machte auf eine Neuerung bei der zweiten Alpenüberquerung zwischen Wien und Nizza aufmerksam: Diese soll in diesem Jahr nackt stattfinden. Mit der sogenannten «Whatsalp nude» wolle die Organisation auf den Klimawandel aufmerksam machen. Zahlreiche Interessenten hätten sich bereits gemeldet, hiess es in einer Mitteilung.

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Naja, vielleicht eben doch "exotische Tiere im Nationalpark".
https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/fachinformationen/a…
Tigermücke (Aedes albopictus): kommt seit 1990 in Norditalien, seit 2003 im Tessin und seit 2015 auch in Graubünden (südliches Misox) vor.
Es ist anzunehmen, dass die Tigermücke in weitere Regionen der Schweiz eingeschleppt werden wird. Weil sie Krankheiten wie Dengue und Chikungunya übertragen kann, stellt sie ein potenzielles Gesundheitsrisiko dar. In der Schweiz fehlte bisher eine systematische Überwachung dieser und ähnlicher Stechmücken.Aus der Bevölkerung wurden 2015 erstmals auch Funde im Raum Basel gemeldet. Die dortigen klimatischen Bedingungen sind denjenigen von Freiburg im Breisgau (Deutschland) sehr ähnlich, wo 2014 eine lokal begrenzte, stabile Tigermückenpopulation entdeckt worden ist. Es muss deshalb auch in Basel mit der Möglichkeit einer permanenten Ansiedlung der Asiatischen Tigermücke gerechnet werden.
2007 wurde in der Schweiz erstmals die Asiatische Buschmücke nachgewiesen. Diese hat sich in der Folge im gesamten deutschsprachigen Mittelland verbreitet und kommt, wie die Überwachung gezeigt hat, in zunehmender Dichte vor. Parallel dazu wurden 2015 und 2016 nördlich der Alpen erstmals auch einzelne Funde der invasiven Koreanischen Stechmücke (Aedes koreicus) vermeldet. Beide Arten sind gut an das lokale Klima im Mittelland angepasst, und es ist nicht auszuschliessen, dass sich auch die Koreanische Stechmücke flächendeckend ausbreiten und dauerhaft etablieren wird. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass diese Arten aus Sicht der öffentlichen Gesundheit deutlich weniger relevant sind als die Asiatische Tigermücke.