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Aduno äussert sich zum Fall «Vincenz»

Nach der Razzia bei Pierin Vincenz spricht nun die verantwortliche Firma. Für sämtliche Beteiligten gelte die Unschuldsvermutung, so Aduno.

Südostschweiz
Mittwoch, 28. Februar 2018, 12:01 Uhr Unschuldsvermutung
SCHWEIZ PIERIN VINCENZ STRAFVERFAHREN
Pierin Vincenz hat gerade nicht viel zu lachen.
KEYSTONE

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat gegen Pierin Vincenz als ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten der Kreditkartengesellschaft Aduno ein Strafverfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung eröffnet. Vier weitere Personen sind vom Verfahren ebenfalls betroffen. Eine Person ist ein ehemaliger Arbeitskollege von Vincenz. «In diesem Zusammenhang bestätigt die Aduno Gruppe, am 21. Dezember 2017 gegen zwei frühere Organpersonen der Aduno Gruppe Strafanzeige wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung eingereicht zu haben», so das Unternehmen in einer Mitteilung. 

Die beschuldigten Personen seien nicht mehr für das Unternehmen tätig. Zudem betont Aduno: «Für sämtliche Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Die Aduno Holding beteiligt sich am Verfahren als geschädigte Partei».

Um die Voruntersuchung der Staatsanwaltschaft zu schützen, habe die Aduno Gruppe bisher konsequent auf einen Kommentar zum Stand der Untersuchung verzichtet. Das Unternehmen werde deshalb auch keine weiteren Statements zum Verfahren abgeben.

Den Auftrag für die unabhängige Untersuchung hatte der Verwaltungsrat im November 2017 erteilt, wie es im Schreiben weiter heisst. Im Rahmen der Abklärungen untersuchte die Zürcher Anwaltskanzlei Baumgartner Mächler verschiedene Übernahmen der Aduno Gruppe aus den vergangenen Jahren auf ihre Rechtmässigkeit. Aufgrund der Ergebnisse der Untersuchung habe der Verwaltungsrat der Aduno Gruppe die Kanzlei Baumgartner Mächler vor Weihnachten 2017 mit der Einreichung einer Strafanzeige beauftragt. (koa)

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Als sich Pierrin Vinzenz mediengerecht – wie kein anderer „Swiss Banker“ hinter Widmer-Schlumpfs "Weissgeldstrategie" stellte, dachte ich schon, dass dies der Branche überhaupt nicht gefallen wird, und dass Vinzenz sich vor Nachstellungen hüten müsse. Dabei war mir klar, dass auch Vinzenz überhaupt kein Saubermann ist. Er nützte aber sein „Weissgeldstrategie-Geschwafel“ genial und erfolgreich als Werbung für seine Bank aus. Die schweizerischen Gutmenschen (etwa 70 % der Stimmbürger) waren begeistert und verhalfen der Raiffeisenbank neu auf Nummer 3 der schweizerischen Geldinstitute.
Keine anderer Schweizer Banker ist so spontan wie Vinzenz für die „Weissgeldstrategie“ eingetreten, weil jeder von Ihnen wohl wusste, dass diese „Strategie“ keine Strategie ist sondern unweigerlich zur Kapitulation der schweizerischen Finanzwelt vor ihrer Konkurrenz, namentlich den britischen und amerikanischen Banken, die weiterhin über Steuerparadiese verfügen, führen wird.
Keiner dieser Banker hätte sich aber getraut, die dämliche „Weissgeldstrategie“ zu bekämpfen, weil praktisch alle Schweizer Banken und deren Spitzenkräfte vorsorglich auf der Fahndungsliste der US Justiz, die den Lauf der Dinge bestimmten, standen. Echte diplomatische Gespräche zwischen der Schweiz und den USA als gleichberechtigte Gesprächspartner fanden auch nicht statt. Es war eher ein Dialog wie er zwischen der Mafia und deren „Kunden“ stattfindet. Zwar zahlten die Erpressten doch die Erpresser verweigerten die Gegenleistung: So sehe ich jeden falls die grosszügigen Zahlungen des Bundesrates an die Clinton-Stiftung.
So kam es schliesslich dazu, dass der Finanzplatz Schweiz, bzw. was davon übrig geblieben ist von der US- und EU-Konkurrenz, von Tölpeln wie Steinbrück und den Jungsozialisten nachhaltig beschädigt wurde. Widmer-Schlumpf hat ihre würdigen Unterstützer gefunden.
…… Eigentlich fehlt beim ganzen Debakel nur noch irgendein Schuldiger. Vinzenz mit seinen (wirklichen oder angeblichen) Insidergeschäften scheint mir geradezu zum Sündenbock prädestiniert, schon weil er a priori unschuldig ist. Das Volk will einen Banker ungepixelt im Zuchthaus sehen: Dankeschön Justiz, dankeschön Blick.
Ernst Laub