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«Feuerteufel» von Rapperswil wehrt sich gegen Gerichtsurteil

Ein Mann, der mehrere Brände in Rapperswil-Jona gelegt hat, will sich mit dem Urteil des Kreisgerichts See-Gaster nicht abfinden. Er zieht den Fall weiter ans Kantonsgericht. Es geht auch um Kinderpornografie.

Christine
Schibschid
Freitag, 12. Januar 2018, 04:30 Uhr Auch Kinderpornografie
Brandserie: Unter anderem wurde im SBB-Güterschuppen (oben) und bei der Tiefgarageneinfahrt beim Stadthaus Feuer gelegt.
KANTONSPOLIZEI ST. GALLEN

Ende Oktober verurteilte das Kreisgericht See-Gaster in Uznach einen 28-Jährigen unter anderem wegen Brandstiftung sowie Besitzes, Konsums und Inverkehrbringens von Kinderpornografie. Die Richter verhängten unter anderem eine Freiheitsstrafe von 40 Monaten und ordneten eine stationäre therapeutische Massnahme an.

Der Täter sollte also in einer geschlossenen Einrichtung therapiert werden. Mit diesem Urteil will sich der Mann jedoch nicht abfinden. Wie gestern bekannt wurde, zieht er den Fall weiter ans Kantonsgericht. Seine Verteidigerin, eine Mitarbeiterin das Anwaltsbüros Landmann in Zürich, bestätigte, dass sie am Mittwoch die Berufungserklärung versandt habe.

Brandstiftung und Kinderpornos

Ihr Mandant hatte vor dem Kreisgericht zugegeben, lediglich zwei Brände in Rapperswil-Jona gelegt zu haben. Die Richter sahen es aber als erwiesen an, dass er hinter 13 Fällen von Brandstiftung steckte. Auf dem Handy des 28-Jährigen waren zudem 134 Fotos mit kinderpornografischen Inhalten gefunden worden. Auch wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffenschutzgesetz wurde der Familienvater schuldig gesprochen.

Der Täter und seine Verteidigerin hatten versucht zu verhindern, dass eine therapeutische Massnahme verhängt wird. Möglicher Grund: Diese kann bei Bedarf durch ein Gericht verlängert werden. Im Gegensatz zu Täter und Verteidigerin hatte sich der zuständige Staatsanwalt zufrieden mit dem Urteil des Kreisgerichts gezeigt. «Dass eine stationäre Massnahme verhängt wurde, ist angesichts der Rückfallgefahr des Täters richtig», sagte er.

Zu den Taten, die der Mann eingeräumt hat, gehört eine Brandstiftung im Oktober 2015 beim Stadthaus in Rapperswil-Jona. Die Holzverkleidung der Tiefgarageneinfahrt war angesteckt worden. Der Mann gab auch zu, in derselben Nacht einen Sonnenschirm beim Restaurant «Kreuz» in Jona angezündet zu haben. Zunächst hatte er weitere Brandstiftungen gestanden, später ruderte er jedoch zurück. Unter anderem bestritt er, ein Feuer im Dezember 2015 an der Kniestrasse in Jona gelegt zu haben. Auf dem angezündeten Besen waren seine DNA-Spuren gefunden worden.

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