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Dear Mr. President, das müssen Sie gesehen haben

Was hat Davos einem amtierenden US-Präsidenten zu bieten? Wie kann sich Donald Trump von den energieraubenden Wirtschafts- und Politdebatten am WEF erholen? Werft einen Blick in den präsidialen «suedostschweiz.ch»-Reiseführer für Davos.

Gian Andrea
Accola
Donnerstag, 11. Januar 2018, 04:30 Uhr Donald in Davos
Ob sich Arno Del Curto über Verstärkung in der Mannschaft freuen würde?
FACEBOOK CLAUDIO CANDINAS

US-Präsident Donald Trump wird vom 23. bis 26. Januar persönlich am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos teilnehmen. Damit dem präsidialen Besuch im Bündner Kurort vor lauter gesichtseinschläfernder zukunftsweisender Wirtschafts- und Politdebatten aber nicht die Musse vergeht, haben wir ihm einige Vorschläge zusammengestellt, wie er seinen Aufenthalt in Davos und Umgebung aufregend gestalten könnte. Here goes.

Was Jimmy Fallon und das Jakobshorn gemeinsam haben

Wie Ihr anhand des montierten Titelbildes unschwer erkennt, ist ein viertägiges Intensiv-Eistraining beim HC Davos ein absolutes Muss. Die Vereinsfarben stehen Trump ausgezeichnet. Und Arno Del Curto würde in dieser kurzen Zeit selbstredend auch dem US-Präsidenten alles abverlangen. Das könnte durchaus Wirkung zeigen: Trump hinterliesse danach womöglich eine äusserst standhafte Figur, wenn es ein WEF-Verhandlungspartner wagen sollte, ihn aufs Glatteis zu führen. Dank messerscharfer Kufen quasi messerscharf verhandeln.

Oder wie wärs mit ein paar eleganten Schwüngen im Schnee, Mr. President? Anbieten würde sich dafür beispielsweise das Jakobshorn. Aber Vorsicht! Ein Besuch am windigen Berg bedeutet mindestens gleich viel Gefahr für die Frisur wie jener in Jimmy Fallons «The Tonight Show».

Es empfiehlt sich also, vor dem Skivergnügen – nicht nur auf den Brettern unter den Füssen – gutes Wachs aufzutragen. Notfalls wüsste Scrubs-Schauspieler Zach Braff noch einen Rat zum Schutze der präsidialen Frisur:

Gut, dass sich Präsident Trump für das Tragen eines Haarkonservators vor keinem Vorgesetzten rechtfertigen müsste.

Herausfordernd dürfte die kulinarische Versorgung des Präsidenten werden. Einen «McDonald's» wird der Präsident im Ferienort nämlich keinen vorfinden. Gut, wenn man einen echten Blackhawk-Helikopter zur Hand hat. Der Flug nach Chur dürfte damit nicht allzu lange dauern. Und sollten ihm Burger und Fritten doch noch verleiden, böte unweit der Alexanderstrasse das «Tres Amigos» eine kulinarische Alternative von jenseits der südlichen Grenze seiner Heimat.

Übrigens: Davoser Restaurants und Metzgereien wittern ob des präsidialen Besuchs auch bereits das grosse Geschäft. Frei nach dem Motto...
 

Davos hat dem Präsidenten aber noch mehr zu bieten. Dank des Programms «Davos Inside» kann sich der in Davos Übernachtende kostenlos diverser Angebote erfreuen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Blick hinter die Kulissen beim Pisten- und Rettungsdienst? Ein Pistenbully ist genau das richtige Spielzeug für einen Mann vom Formate Trumps. Dieser wüsste sich damit bestimmt stundenlang zu vergnügen.

Vorsicht, es herrscht erhebliche Lawinengefahr!

Ach ja, einen wahrhaftigen Bündner Steinbock muss Trump unbedingt gesehen haben, oder? Für den Tierfreund im Präsidenten bietet die Destination auf Parsenn in Kombination mit einem Skitag eine Führung zu den majestätischen Wappentieren an. Gleich und gleich gesellt sich eben gern.

Sollte es allerdings etwas weniger rasant vorangehen, empfiehlt die Destination dem mächtigsten Mann der Welt, sich eine Schneeschuhwanderung zu gönnen. Hierzu ist es jedoch ratsam, sich von den Lawinengefahrenzonen fernzuhalten. Gut, verfügt Davos diesbezüglich dank des Schweizerischen Schnee- und Lawinenforschungszentrums über ausreichend Fachkompetenz.

Zum Schluss noch ein zwei kleine Bonus-Tipps, Mr. President. Erstens: Wie die Destination Davos Klosters am Mittwoch mitteilte, lanciert der Ferienort eine digitale Gästekarte. Damit kann der übernachtende Gast zahlreiche Vorteile und Rabatte in der Region ganz einfach mit dem Smartphone nutzen. Sollte der Präsident allerdings auf eine analoge Gästekarte bestehen, würde er auch nicht enttäuscht. Die herkömmlichen Gästekarten werde es weiterhin in Papierform geben.

Zweitens hätte Kollege Claudio Candinas da auch noch eine tolle Idee, um die Bündner Natur auf spezielle Weise zu erleben. Aber sehen Sie selbst:

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Dear Südostschweiz,
1)
am 8. Januar titelten Sie: "Psychiater wollen Trump auf geistige Schwächen testen lassen" und weiter: "Die Expertin für forensische Psychiatrie an der Universität Yale, Bandy Lee, erforscht Störungen, die in Gewalttätigkeit münden."
Nun, mein Rat: diesbezüglich dürfte sie und erst recht die zunehmend prospektiv betroffenen Europäer einen Blick zurück werfen in die gesamte US-Historie.
"Lee hatte schon im Oktober zusammen mit 27 Kollegen einen Band mit dem Titel 'Der gefährliche Fall Donald Trump' veröffentlicht. Sie gehören zu den bereits 60'000 Unterzeichnern einer Petition des Magazins PSYCHOLOGY TODAY, die eine Untersuchung Trumps fordert.
Donald Trump müsse bei seiner medizinischen Routineüberprüfung am 12. Januar auch auf seinen Geisteszustand hin untersucht werden, fordert Lee."
Weiter schreibt die SO:
"Als wollte Trump die Diskussion über seinen Geisteszustand selber anfeuern, verteidigte er sich am Samstag mit einer Reihe seltsamer Tweets: Seine zwei stärksten Eigenschaften seien "mentale Stabilität und die Tatsache, dass ich richtig schlau bin". Er sei "ein mental gefestigtes Genie".
2)
Am 10. Januar berichtet SO:
https://www.suedostschweiz.ch/sendungen/2018-01-10/wyrsch-trumps-besuch…
"Wyrsch: «Trumps Besuch ist das Finalspiel der Champions League»
Der Davoser Hotelier Ernst Wyrsch ist aus dem Häuschen. Der Besuch von US-Präsident Donald Trump werde grossartig. So einen Medien-Hype habe die Schweiz noch nie erlebt, ist Wyrsch überzeugt."
Im Ernst, Wyrsch?
Meine Meinung: Trump hat - leider - Recht, ebenso wie G.W. Bush (den nicht wenige Europäer für oberdumm hielten): diese Typen zeigen es dem "Volk der Dichter und Denker"!
Den obigen Artikel ebenso wie die Äusserungen meines "Lieblingstouristikers" (ähem) Wyrsch finde ich deshalb das Gegenteil von schlau.
Siehe Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2018-01-10/reden-mit-trump
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2017-07-03/katar-und-wir