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Fahrende sorgen in Näfels für Aufregung

Roma bieten an der Haustüre ihre Handwerkerdienste an. Laut Polizei geschieht das amtlich bewilligt.

Südostschweiz
Montag, 14. August 2017, 05:24 Uhr Alles legal
Fahrende, Wohnwagen
Wer sich von Fahrenden gestört fühlt, darf sich gemäss der Glarner Polizei gerne an sie wenden.
SYMBOLBILD ARCHIV

Kürzlich sind in der Facebook-Gruppe «Das passiert im Glarnerland» Warnungen vor Fahrenden veröffentlicht worden. «Achtung, es sind wieder Roma unterwegs und bieten Arbeit an», schrieb eine Facebook-Nutzerin. Die Warnung wird rege kommentiert, mehrere Nutzer berichten von eigenen Erfahrungen mit der ethnischen Gruppe.

Daniel Menzi, Sprecher der Kantonspolizei Glarus, bestätigt eine Meldung bei der Polizei: «Ein Hausbesitzer in Näfels hat uns verständigt, nachdem zwei Fahrende seine Hausfassade reinigen wollten. Dem Mann waren die Handwerker suspekt, darum hat er uns kontaktiert.» Dies sei jedoch die einzige Meldung, die der Polizei vorliege. Die beiden Roma kämen aus einer Gruppe, welche noch bis Mitte August mit 17 Fahrzeugen in Benken sei, sagt Menzi weiter. Der nächste Standort der Gruppe sei unbekannt.

Eine Bewilligung ist nötig – und auch vorhanden

Die beiden Männer seien in Näfels von der Polizei kontrolliert worden und hätten beide eine Bewilligung für das Reisendengewerbe im Bereich Wanderhandwerker vorweisen können, so Menzi. Eine solche ist für Fahrende dieser Art in der Schweiz obligatorisch. Sie wird von den Kantonen ausgestellt und ist schweizweit gültig.

In Glarus ist Manfred Arm von der kantonalen Gewerbepolizei für die Ausstellung der «Ausweiskarte für Reisende» zuständig. Wie Arm mitteilt, hat er dieses Jahr noch keine Bewilligung für Wanderhandwerker ausgestellt. «2016 war es eine Bewilligung, durchschnittlich sind es eine bis zwei pro Jahr.» Da Fahrende keinen festen Wohnsitz hätten, würden sie die Bewilligungen aber wahrscheinlich in anderen Kantonen anfordern.

Polizeisprecher Menzi weist darauf hin, dass Personen, die sich von Fahrenden gestört oder bedrängt fühlten, sich ungeniert an die Polizei wenden könnten.

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