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Warnung vor Radar kann Polizeiarbeit unterstützen

Im Kanton St. Gallen ist ein Autofahrer gebüsst worden, weil er vor einer Polizeikontrolle gewarnt hatte. Die Kantonspolizei Graubünden findet solche Warnungen «nicht schlecht».

Philipp
Wyss
18.06.17 - 08:00 Uhr
Ereignisse
Im Kanton St. Gallen dürfen Verkehrsteilnehmer nicht vor Radargeräten gewarnt werden.
Im Kanton St. Gallen dürfen Verkehrsteilnehmer nicht vor Radargeräten gewarnt werden.
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Im Kanton St. Gallen ist ein Autofahrer gebüsst worden, weil er andere Verkehrsteilnehmer via Facebook vor einer Polizeikontrolle warnte. Ein Richter sprach den 31-Jährigen wegen «öffentlichen Warnens vor behördlichen Kontrollen im Strassenverkehr» schuldig. Er postete in einer geschlossenen Facebook-Gruppe  – einer Gruppe mit 30'000 Mitgliedern mit den Worten: «Znünibuebe mit ere orange Ovi-Fläsche ide Hand». Gleichzeitig machte die Stadtpolizei St. Gallen in Abtwil eine Verkehrskontrolle mit orange Stableuchten.

In Graubünden ist man nicht grundsätzlich gegen das Warnen vor Verkehrskontrollen, «sofern es im Rahmen des Gesetzes ist», wie Roman Rüegg auf Anfrage sagte. Der Mediensprecher der Kantonspolizei: «Das Thematisieren vor Kontrollen ist nicht nur schlecht.» Allerdings dürfen Verkehrsteilnehmer nicht lichthupen oder in geschlossenen Facebook-Gruppen posten, so Rüegg weiter.

WhatsApp-Gruppen

Der Kantonspolizei Graubünden sind WhatsApp-Gruppen bekannt, in denen zahlreiche Verkehrsteilnehmer vor Geschwindigkeitskontrollen gewarnt werden. Rüegg sagt dazu: «Wir goutieren das nicht, gehen aber auch nicht dagegen vor.» Viel mehr ist er überzeugt, dass Warnungen unter Kollegen sensibilisieren und helfen können, das Ziel solcher Kontrollen zu erreichen. Nämlich, dass die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten eingehalten werden. Das könne die Polizei letztlich doch auch unterstützen, so Rüegg. 

Standort Radar 1 Landstrasse Höhe Säga 9495 Triesen Max: 60 km/h Die mobile Radaranlage steht derzeit zur Verkehrsüberwachung an der Landstrasse (Verzweigung Sägastrasse) in Triesen.

Posted by Polizeimeldungen FL on Wednesday, May 31, 2017

Übrigens: Im Fürstentum Liechtenstein gibt es zwei mobile Radaranlagen. Wo sich diese jeweils befinden, steht mit Beschreibung und Karte im Internet – auf der Seite der Landespolizei.

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Philipp Wyss ist Chefredaktor der gemeinsamen Redaktion der Zeitung «Südostschweiz» und der Internetseite «suedostschweiz.ch». Damit zeichnet er für das Team und für den Inhalt dieser Produkte verantwortlich. Mehr Infos

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