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Externer Staatsanwalt untersucht Therme-Verkauf

Ein externer Staatsanwalt wird das Verfahren über den Verkauf der Therme Vals an den Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel durchführen. Mit der Aufgabe betraute die Bündner Regierung Beat Fehr, Gruppenleiter beim Untersuchungsamt St. Gallen.

Agentur
sda
Donnerstag, 15. Juni 2017, 15:59 Uhr Kanton hat Personalmangel
Blick auf die Therme Vals, von Architekt Peter Zumthor, mit einem Hotelgebäude. Ein ausserordentlicher Staatsanwalt untersucht nun den Verkauf der Therme Vals an den Immobilienunternehmer Remo Stoffel. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Ein ausserordentlicher Staatsanwalt untersucht nun den Verkauf der Therme Vals an den Immobilienunternehmer Remo Stoffel.
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Wie die Staatsanwaltschaft Graubünden am Donnerstag mitteilte, wurde am 22. März in Sachen «Verkauf der Therme Vals» eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht und gemäss Strafprozessordnung könne bei Bedarf ein ausserordentlicher Staatsanwalt bestellt werden.

Wegen eines herrschenden Kapazitätsengpasses beantragte die Staatsanwaltschaft bei der Regierung die Einsetzung eines solchen ausserordentlichen Staatsanwaltes. Dem Antrag wurde stattgegeben und der 57-jährige Beat Fehr mit der Durchführung des Verfahrens betraut.

Fehr wurde in Bern geboren. 1991 wurde er zum Fürsprecher patentiert. Mittlerweile ist er langjähriger Untersuchungsrichter und Staatsanwalt im Kanton St. Gallen. Im Umgang mit komplexen, ausserkantonalen Straffällen sei er routiniert, hiess es. Das Mandat von Beat Fehr endet mit dem rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens.

Kantonsregierung reichte Strafanzeige ein

Die Strafanzeige hatte die Kantonsregierung im vergangenen März eingereicht. Der Grund: Es lag ein Verdacht auf strafrechtlich relevante Handlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Therme an den Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel vor.

 

Den Fall beurteilt hat im Auftrag der Bündner Kantonsregierung der renommierte Basler Strafrechtsprofessor und Korruptionsexperte Mark Pieth. Er sprach im März in Chur vor den Medien von einem «Komplex von sehr problematischen Geschäftsentscheidungen», der ein «ganz ungutes Gefühl» zurücklasse. Es seien genügend Verdachtsmomente vorhanden, um genauer hinzuschauen. Zu klären sei, ob sich jemand einen illegalen Vorteil verschafft habe.

Den Ausschlag für die Strafanzeige gab eine Absichtserklärung zwischen Investor Remo Stoffel und dem damaligen Verwaltungsrat der Therme. Der Verwaltungsrat hatte Stoffel ein exklusives Verhandlungsrecht zugesichert und eine Entschädigungspflicht akzeptiert, sollte der Verkauf nicht zu Stande kommen.

Die Gemeindeversammlung von Vals hatte am 9. März 2012 entschieden, die sanierungsbedürftige Therme für 7,8 Millionen Franken dem Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel zu verkaufen. Stoffel hatte damit den Architekten Peter Zumthor ausgestochen, den Schöpfer der Therme, der die Baute ebenfalls erwerben wollte.

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