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Mit Erstaunen habe ich den Bericht „Der kirchliche Haussegen hängt ziemlich schief“ in der Südostschweiz gelesen. Denn als zuständiger Pfarrer erlebe ich die Pfarreien im Albulatal friedlich und lebendig. Der Sachverhalt einer gegenwärtigen Personalfrage ist einfach erklärt. Von den fünf Mitgliedern des privaten Vereins „Quell des Lebens“ in Schmitten, von einer kirchenrechtlichen Erhebung kann keine Rede sein, sind nur zwei, nämlich P. Johannes Schmuck und P. Stephan Petzolt, Pater der Erzabtei Beuron. Beiden wurde eine übliche 5-Jährige Zeit ausserhalb ihres Klosters gewährt, welche sie als priesterliche Mitarbeiter im Albulatal verbrachten. Nun, nach Ablauf des 5-Jährigen Exklaustrationsindult wurden beide Pater von ihrem zuständigen Erzabt Tutilo Burger OSB in ihr Heimatkloster nach Deutschland zurückgerufen. Dem wollen sie aber nicht Folge leisten und so sind unnötige Turbulenzen entstanden, die auf dem Rücken der Gemeindemitglieder ausgetragen werden sollen, wogegen ich mich als zuständiger Pfarrer und Dekan wehre. Diese kircheninterne Frage muss zwischen den beiden Patern und dem Erzabt von Beuron geregelt werden. Es ist nicht Aufgabe des Bischofs von Chur und der Kirchgemeinde Albula, sich in dieses klosterinterne Verfahren einzumischen. Dies war die Grundlage für den Entscheid des Kirchgemeindevorstands Albula, die Anstellung mit den beiden Patern nicht mehr verlängern zu können. Wenn die Pater nicht mehr Mitglieder der Erzabtei Beuron sein wollen, dann können sie den ordentlichen Austritt aus dem Kloster beantragen und sich als Pfarrer bei einem Bischof bewerben. Aber beides gleichzeitig ist nicht möglich. Anders verhält es sich bei Thomas Schmuck (Paulus Maria). Er ist kein Pater sondern Vikar des Bistums Chur. Er war nie bei der Kirchgemeinde Albula angestellt. Zwischenzeitlich hat er sich als Vikar in einer Kirchgemeinde beworben und arbeitet dort. Ich frage mich, warum er sich für seinen Verbleib im Albulatal einsetzt aber zeitgleich bei einer anderen Kirchgemeinde anstellen lässt. Auch hier sei gesagt, beides ist nun mal nicht möglich.
Bei logischer Betrachtung und Kenntnis der Situation ist der Sachverhalt eindeutig. Niemand ist gegen die priesterlichen Dienste der Pater und niemand ist gegen die Idee einer Gemeinschaft Quell des Lebens. Wogegen sich immer mehr Pfarreimitglieder wehren ist die Tatsache, dass Gläubige instrumentalisiert und entzweit werden, nur weil fünf Mitglieder eines privaten Vereins nicht willens sind, der Anweisung des zuständigen Vorgesetzten der Erzabtei Beuron Folge zu leisten. Wenn ich mich richtig erinnere gehört Gehorsam zu einer klösterlichen Tugend. Von der Entscheidung der Kirchgemeinde Albula, die in ihr Heimatkloster zurückgerufenen Pater folgerichtig nicht mehr anstellen zu können, ist Religionslehrer Markus Württemberger nicht tangiert. Er ist Theologiestudent in Chur und hat bis heute keine Kündigung erhalten. Geplant ist, dass er den Religionsunterricht in Alvaneu zusammen mit Pfarrer Paul Schlienger bis zum Schuljahresende fortsetzt.
Dekan Pfr. Kurt B. Susak, Davos

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