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In Schwanden wird weiter gegen das Virus gekämpft

Im Alterszentrum Schwanden sind nach einem neuen Test nun insgesamt 56 Bewohnerinnen und Bewohner und 48 Mitarbeitende mit dem Coronavirus infiziert. Acht Personen sind verstorben.

Marco
Häusler
16.12.20 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Das Virus ist noch nicht gestoppt: Im Altersheim Schwanden sind bereits acht Personen verstorben, die an Covid-19 litten.
Das Virus ist noch nicht gestoppt: Im Altersheim Schwanden sind bereits acht Personen verstorben, die an Covid-19 litten.
SASI SUBRAMANIAM

Zurzeit gehe es im Alterszentrum Schwanden vor allem darum, die Ansteckung der gesunden Frauen und Männer zu verhindern, steht in der gestrigen Medienmitteilung der kantonalen Task Force Covid-19. «Die infizierten Bewohnenden werden in separierten Pflegestationen betreut und gepflegt.» Dadurch sei es gelungen, dass bisher keine Bewohnerinnen oder Bewohner im Altersheimtrakt betroffen seien.

Aber: «Die Zahl der Infizierten ist insgesamt weiter gestiegen», steht in der Mitteilung weiter. Wurden vor knapp einer Woche noch insgesamt 40 Bewohnerinnen und Bewohner und 26 Mitarbeitende vermeldet, stiegen diese Zahlen bis gestern nun auf 56 (+16) und 48 (+22). Und: «Leider müssen acht verstorbene Bewohnerinnen und Bewohner beklagt werden, die mit dem Coronavirus infiziert waren.»

Diese gehörten korrekterweise zu den insgesamt 56 Frauen und Männern, die gestern als infiziert gemeldet wurden, präzisiert Rolf Hanimann auf Anfrage. Er ist Verwaltungsratspräsident der Alters- und Pflegeheime Glarus Süd.

Im Spital befinde sich zurzeit niemand aus dem Altersheim Schwanden, sagt er. «Das hängt vor allem mit den jeweiligen Patientenverfügungen und den Absprachen mit den Angehörigen zusammen.» Laut diesen seien Einlieferungen ins Spital bisher nicht gewünscht worden.

Sehr stark gefordert ist gemäss der Mitteilung auch das gesamte Personal, das einen sehr grossen Einsatz leiste. «Es wird nach Möglichkeit von verschiedenen Stellen durch Hilfspersonal unterstützt», heisst es dazu.

Dazu beigetragen hat laut Hanimann der Aufruf von letzter Woche, wonach kurzfristig ausgebildetes Pflegefachpersonal gesucht werde, das die Mitarbeitenden vor Ort temporär unterstützen könne. «Wir spürten auf verschiedenen Ebenen grosse Hilfsbereitschaft.»

Bereits morgen Donnerstag soll im Altersheim Schwanden erneut ein Corona-Massentest durchgeführt werden.

Negative Tests in Ennenda

Auch im Altersheim Bühli in Ennenda ist eine Person am Coronavirus erkrankt, worauf sich alle Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitenden Tests unterziehen mussten, wie schon am Montag auf Anfrage beim Kanton bestätigt wurde. Alle Tests seien aber negativ ausgefallen. Nur bei einem der Mitarbeitenden stehe das Resultat noch aus, weil diese Person erst am Dienstag, also gestern, getestet werden konnte. Und eine Mitarbeiterin sei im Vorfeld mit positivem Resultat getestet worden.

Noch genug Tests verfügbar

Dass beim Auftreten eines Falles in einem Altersheim sofort alle Personen getestet werden, sei nicht unbedingt ein Wechsel der bisherigen Praxis, hiess es weiter. Entschieden werde das jeweils von Fall zu Fall in Zusammenarbeit mit dem kantonsärztlichen Dienst, dem Heimarzt und den Verantwortlichen der Institution.

Angewendet werden dann jeweils die sogenannten PCR-Test. PCR steht für Polymerase Chain Reaction, Polymerase-Kettenreaktion. Mit dem Test können in Proben aus Abstrichen aus Mund und Nase bestimmte Abfolgen aus dem Erbgut des Sars-CoV-2-Virus nachgewiesen werden. Die Resultate liegen meist innert 24 Stunden vor.

Im Kanton Glarus seien noch genügend solche Tests vorhanden, hiess es weiter. Heute Mittwoch würden alle Bewohnerinnen und Bewohner im Bühli erneut getestet. Mindestens bis zum Vorliegen dieser Resultate bleiben sie in Quarantäne.

Dass es im Glarnerland noch zu weiteren Coronaerkrankungen in Altersheimen komme, könne man natürlich nicht ganz ausschliessen. «Es ist aus Erfahrung keine Institution per se sicher, auch wenn die Schutzkonzepte noch so durchdringend umgesetzt werden», hiess es dazu. Diese sehen unter anderem für Besucherinnen und Besucher eine strikte Maskenpflicht vor, die auch in den Zimmern gilt. Sie müssen einen Mindestabstand von eineinhalb Metern zueinander einhalten und die Hände desinfizieren. Weiter wird den Bewohnerinnen und Bewohnern empfohlen, in den Alterszentren zu bleiben, was insbesondere auch über Weihnachten gelte.

Im Altersheim Bühli in Ennenda waren im April insgesamt 34 Bewohner und Mitarbeitende positiv getestet worden. Die gesunden Bewohner wurden darauf ins Seminarhotel «Lihn» nach Filzbach gebracht. Elf der Altersheimbewohner überlebten die Krankheit nicht.

Marco Häusler ist Dienstchef der Zeitungsredaktion «Glarner Nachrichten». Er absolvierte den zweijährigen Lehrgang an der St. Galler Schule für Journalismus und arbeitete bei der ehemaligen Schweizerischen Teletext AG und beim «Zürcher Unterländer», bevor er im Februar 2011 zu Somedia stiess. Mehr Infos

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Ich frage mich?welches Alter hatten die Leute die verstorben sind. Ich möchte sagen:jeder der 80 plus ist, der hat sein Leben gelebt oder eben auch nicht.

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