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Bündner Tourismusgemeinden sind für das neue Jagdgesetz

Ende September entscheidet das Schweizer Stimmvolk, ob das Jagdgesetz geändert werden soll oder nicht. Die Konferenz der Gemeindepräsidenten von Ferienorten im Berggebiet hat nun bekannt gegeben, dass sie sich für die Revision ausspricht.

Südostschweiz
Donnerstag, 13. August 2020, 17:27 Uhr Abstimmung im September
Die Tourismusgemeinden sprechen sich für ein Ja aus. Hier der Blick über den See auf Arosa.
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Am 27. September kommt die Revision des Jagdgesetzes an die Urne. Die Konferenz der Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten von Ferienorten im Berggebiet unterstützt dabei ein Ja, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Zu ihr gehören unter anderem auch Bündner Gemeinden wie Arosa, Bregaglia, Davos, Celerina, Disentis oder Laax.

Das revidierte Jagdgesetz schaffe klare Regeln für den Umgang mit Grossraubtieren und gebe den Kantonen mehr Entscheidungskompetenz. «Das ist richtig, denn die Kantone kennen die Verhältnisse vor Ort», so die Konferenz. Die Revision liege im Interesse des Tourismus. Sie helfe, Konflikte zwischen Grossraubtieren und Touristen zu vermeiden.

Zu Konflikten führe unter anderem die Präsenz der Wolfsrudel auf dem zu kleinen Gebiet der Schweiz, heisst es in der Mitteilung. Ebenso sei der Einsatz von Herdenschutzhunden nicht unproblematisch. Herdenschutzhunde würden naturgemäss sehr aggressiv auf Wanderer und Biker reagieren. Insbesondere Touristen mit Kleinkindern und eigenen Hunden seien dadurch stark in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt. (so)

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Mit an Bord im Komitee der Befürworter des miserablen Jagdgesetzes sind nebst dem tierausbeuterischen Bauernverband auch die fundamentalistische „Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB)“ die sich zum Thema Grossraubtiere ganz klar verfassungswidrig positioniert. Die SAB will Grossraubtiere in der Schweiz ausrotten. Dies widerspricht der Bundesverfassung und dem eidgenössischen Recht. So kommt dann auch diese Meldung aus dieser Ecke. Was die Touristen seit Jahren insbesondere beunruhigt, sind die vielen Übergriffe mit Kühen, weil Wanderwege miserabel implementiert sind. Manchem mögen noch Meldungen aus dem letzten Jahr in Erinnerung sein: Am Berninapass wurde ein 55-jähriger Italiener von einer Mutterkuh angegriffen und schwer am Kopf verletzt. Bei Silvaplana GR wurden drei Frauen und ihr Hund von einer Kuh angegriffen. Alle drei mussten mit der Rega und einer Ambulanz ins Spital gebracht werden. Bei der Bannalp NW kam es im Sommer 2019 gleich zu zwei Vorfällen: Im Juli wurde ein Hund von einer Kuhherde zu Tode getrampelt; der Hundehalter zog sich Verletzungen zu. Einen Monat später wurden zwei Wandergruppen von einer Kuhherde angegriffen; zwei Personen wurden mittelschwer verletzt und mussten mit der Rega ins Spital geflogen werden. Im Schweizer Nationalpark im Engadin wird seit 100 Jahren nicht mehr gejagt.Der Wechsel von der Weide für Kühe und Schafe zur Hirschweide führte zu einer komplett neuen Artenzusammensetzung der Vegetation und einer Verdoppelung der Artenvielfalt! Für den Tourismus eine Goldgrube. Fakten statt Polemik: https://wildbeimwild.com/category/jagdgesetz/