×

Präventionskampage: «Gleichstellung verhindert Gewalt»

Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider hat am Dienstag die erste nationale Präventionskampagne gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt vorgestellt. Ziel dieser Kampagne ist es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und Gewalt zu bekämpfen. Es braucht also eine neue Anlaufstelle, Ressourcen und Personen, die das umsetzen können. Wie oder was für eine Gleichstellung will man hier erreichen?
Persönlich frage ich mich nur, warum man nicht diese Gleichstellung auch in der Politik, Abstimmungsprocedere und Sozialversicherungen anwendet. Wenn sich der Bundesrat im Oktober/November 24/25 eine Lohnerhöhung genehmigt, wird diese im Folgejahr Januar bereits ausbezahlt. Stimmt der Bürger aber über die 13. AHV-Rente und den Eigenmietwert ab, ziehen die Politiker alle Register, um dies hinauszuzögern. Um die KK-Prämien zu reduzieren, versagen unsere Politiker auf der ganzen Linie. Wo bleibt hier die Gleichstellung?

Hans A. Kröner
14.11.25 - 09:48 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.

Das stimmt nicht Herr Hofer. Bis vor kurzem bestand die Menschheit aus Jäger-Sammler-Gesellschaften und die waren extrem egalitär und meritokratisch. D.h., dass man sich eine gewisse Stellung verdienen musste und man konnte sie nicht vererben. Das ist auch der Grund, warum Länder mit einer grossen soziale Ungleichheit hohe Gewaltverbrechensraten haben und nicht stabil sind. Einzelne fühlen sich nicht mehr als Teil des Ganzen. Eine stark hierarchische Gliederung entstand erst mit der Erfindung und Einführung der Landwirtschaft, die es erlaubte, Menschen durchzufüttern, die nicht an der Beschaffung von Nahrung beteiligt waren.

Ich bin mit Ihnen einverstanden, Herr Schulthess. Ich wollte allerdings meinen Text kurz halten. Da mich die Urgeschichte des Menschen sehr interessiert, weiss ich, dass der Homo sapiens und seine Vorfahren über hunderttausende von Jahren hinweg in Gruppen von 20 oder mehr Personen nomadisch durch die Wildnis streifte. In solchen Gesellschaften muss jeder funktionieren, es durfte keine grossen Unterschiede geben, denn alle waren aufeinander angewiesen. Erst vor kurzer Zeit, in Mitteleuropa vor wenigen tausend, im Nahen Osten höchstens vor 13000 Jahren, wurden wir sesshaft. Durch die landwirtschaftliche Revolution konnte viel mehr Nahrung erwirtschaftet werden als in einer Jäger- und Sammlerkultur. Dadurch entstand mit der Zeit auch eine Arbeitsteilung und eine zunehmende Hierarchie. Ein Merkmal der Sesshaftigkeit ist auch, dass man Reichtümer anhäufen kann, was in einer nomadischen Kultur nicht möglich ist, weil man sein Hab und Gut bei Ortsveränderung mittragen muss. Nun aber zum entscheidenden Punkt, Herr Schulthess: Es ist nicht möglich, dass die menschliche Hierarchie erst mit der Sesshaftigkeit entstanden sein kann. Genetische Veränderungen im Verhalten geschehen nicht über Nacht. Mit Sicherheit gab es auch in der Jäger- und Sammlergesellschaft dominante und weniger dominante Menschen. Diese Eigenschaft, die auch bei unserem nächsten Verwandten, dem Schimpansen beobachtet werden kann, führte beim Menschen dazu, dass einige Menschen mehr besitzen konnten als andere und ihre Mitmenschen mehr und mehr unterdrücken konnten. Erschreckend ist, wie durch Diktatur, Waffengewalt und extremen Reichtum in der heutigen Zeit sich die Ereignisse immer mehr überschlagen und die Ungleichheit extrem hoch ist.

Es ist eben nur eine schöne Ideologie, dass alle Menschen von Natur aus gleich sind. Der Mensch ist ein hierarchisches Gruppenlebewesen. Es gibt immer ein Oben und ein Unten. Die einen haben schon genug, wollen aber noch mehr, geben nichts davon ab und wollen "das gewöhnliche Volk" kleinhalten. Trotzdem ist es richtig, wenn man zumindest anzustreben versucht, Ungerechtigkeiten, Ungleichheit und Gewalt gegen Wehrlose zu verhindern.

Mehr Kommentare anzeigen