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UNO lobt humanitäre Hilfe in Haiti

Fast zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti zieht die UNO eine positive Bilanz der humanitären Hilfe. Die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 hätten gewirkt, stellte der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe in Haiti, Nigel Fisher, fest.

Südostschweiz
Mittwoch, 30. November 2011, 18:34 Uhr
Eine halbe Million Haitianer lebt nach wie vor in provisorischen Unterkünften - wie hier in Port-au-Prince (Archiv).

Genf. – «Zwei Jahre nach dem Beben lässt sich feststellen, dass die humanitäre Antwort auf die Katastrophe ein Erfolg war», sagte Fisher am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Genf. Die internationale Gemeinschaft müsse ihre Anstrengungen im kommenden Jahr aber fortführen. Es gelte insbesondere, die haitianische Regierung zu unterstützen, um schliesslich die Hilfe zurückfahren zu können.

Die Zahl der Menschen, die immer noch in Notunterkünften leben, sei um zwei Drittel zurückgegangen, hielt Fisher fest. Es seien aktuell noch 500'000, nach 1,5 Millionen Menschen im Juli 2010. Gegen 100'000 provisorische Unterkünfte seien erstellt worden, 21'000 Häuser wurden repariert oder wiederaufgebaut.

Auch konnte rund die Hälfte der Trümmer geräumt werden, rund 5 Millionen Kubikmeter. Bei dem Erdbeben kamen zwischen 200'000 und 250'000 Menschen ums Leben.

Oftmals wurde kritisiert, die Hilfe für Haiti sei zu langsam. Fisher unterstrich, dass von den 4,6 Milliarden Dollar zugesagter Aufbauhilfe bislang 88 Prozent investiert oder für weiterführende Projekte wie Transport, Bildung, Gesundheit, Trinkwasserversorgung bereitgestellt worden seien.

Die humanitäre Hilfe im engeren Sinn hatte 2011 einen Umfang von 509 Millionen Dollar. Davon entfielen 229 Millionen Dollar auf Projekte der UNO selbst. Für das kommende Jahr benötigten die UNO und ihre Unterorganisationen 231 Millionen Dollar für rund 180 Projekte in Haiti, vorab zugunsten der obdachlosen Erdbebenopfer.

Es gelte aber auch, den Armen und Ärmsten auf der Karibikinsel zu helfen, betonte Fisher. Gegen 800'000 Menschen seien von Unterernährung bedroht. Auch müssten die Vorkehrungen vor der nächsten Hurrikan-Saison verstärkt werden. (sda)

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