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Jedes fünfte Restaurant in Rom ist in den Händen von Kriminellen

Namhafte römische Lokale, wie das «Cafe de Paris» an der Via Veneto, weltbekannt durch den Film «La dolce vita» von Federico Fellini, und das renommierte Restaurant «George's», sind als Mafia-Gut konfisziert worden.

Südostschweiz
Montag, 25. Juli 2011, 11:55 Uhr
Der Eingang des "Café de Paris" (Archiv).

Rom. – Dies wurde von einem Gericht in der süditalienischen Reggio Calabria am Montag beschlossen. Beschlagnahmt wurden weitere 15 Unternehmen. Die Aktion gegen die Lokale im historischen Zentrum der italienischen Hauptstadt erfolgte im Rahmen einer Grossoperation gegen die kalabrische 'Ndrangheta.

Das bekannte «Cafe de Paris» in der Via Veneto wurde von einem Strohmann der 'Ndrangheta geführt Neben dem «Cafe de Paris» beschlagnahmten die Ermittler unter anderem Geschäfte, Immobilien und Luxuswagen im Wert von insgesamt 200 Millionen Euro.

Die Operation sei vor allem gegen die kalabrische Mafia-Familie Alvaro gerichtet, die viel schmutziges Kapital in den Restaurant-Sektor der Hauptstadt investiert habe, hiess es in den Medien.

Etwa 5000 italienische Restaurants sind nach einem Bericht der Tageszeitung «La Repubblica» in der Hand der Mafia, in Rom und Mailand hat jedes fünfte Esslokal kriminelle Besitzer. Dabei gehe es dem Organisierten Verbrechen vor allem darum, schmutziges Geld zu waschen.

«Wo es Pizza gibt, da gibt es die Mafia», zitierte das Blatt auch einen kalabrischen Mafioso, der sich zu den Mafia-Morden von Duisburg im August 2007 bei einem italienischen Lokal geäussert hatte. In Italien gibt es etwa 118'000 Restaurants und Trattorien. (sda)

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