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Heftige Unwetter in Ligurien und der Toskana fordern fünf Tote

Bei schweren Unwettern im Nordwesten Italiens sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Nach den heftigen Regenfällen in der Nacht zu Mittwoch wurden laut Behördenangaben in den Provinzen Toskana und Ligurien noch zehn Menschen vermisst.

Südostschweiz
Mittwoch, 26. Oktober 2011, 22:54 Uhr

Rom. – Meteorologen zufolge waren in wenigen Stunden bis zu 500 Millimeter Regen gefallen, sodass Flüsse über die Ufer traten, Brücken einstürzten und Orte von Erdrutschen überrascht wurden.

Die Präfektur von La Spezia in Ligurien teilte in der Nacht mit, dass im kleinen Ort Borghetto di Vara drei Menschen beim Einsturz eines Hauses umgekommen seien. Fernsehbilder aus der ligurischen Ortschaft erinnern an Tornado-Schäden in den USA: Auf Dächer geschleuderte Autos, Mopeds, die in kaputten Fenstern stecken und überschwemmte Gassen.

Zwei weitere Todesopfer wurden in der toskanischen Ortschaft Aulla gemeldet. Nach Angaben des Zivilschutzes der Toskana starb eine Autofahrerin, die zusammen mit ihrem Hund im Auto von Schlamm- und Wassermassen überrascht worden war.

Es fehle an allem, klagte Angelo Betta, Bürgermeister der ligurischen Ortschaft Monterosso. Alles stehe unter Wasser. «Monterosso gibt es nicht mehr.»

Auch der besonders bei Touristen beliebte Hafen des knapp 1000 Einwohner zählenden Örtchens Vernazza in der Gegend der Cinque Terre wurde vollkommen zerstört. Schutt, Schlamm und Wasser überfluteten die gesamte Hafengegend. 130 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Das Unwetter hat Millionenschäden angerichtet. Italiens Präsident Giorgio Napolitano sprach von einem schmerzhaften Preis, den Italien für die klimatischen Änderungen zahlen müsse.

Der wolkenbruchartige Dauerregen hatte in der Nacht eingesetzt. Vielerorts wurde die Strom-, Gas- und Wasserversorgung unterbrochen, Strassenverbindungen und Bahnstrecken blockiert. Der Zivilschutz rief die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben.

Sieben Ortschaften waren am Mittwoch durch die Unwetter vorübergehend von der Aussenwelt abgeschnitten, Hunderte von Menschen mussten in sichere Unterkünfte gebracht werden.

Die Bahnlinie zwischen Genua und der Hafenstadt La Spezia wurde gesperrt, auch die Verbindung zwischen La Spezia und Parma geschlossen. Gesperrt wurde wegen eines einsturzgefährdeten Viadukts auch die Autobahnstrecke zwischen La Spezia und Parma, was erhebliche Verkehrsprobleme verursachte. Eine 20 Kilometer lange Kolonne staute sich auf der Apenninstrecke zwischen Bologna und Florenz.

Starke Niederschläge erreichten am Vormittag auch die Hauptstadt Rom. Am Tiber blieb die Situation allerdings den Umständen entsprechend normal. Vor einer Woche hatten stundenlange Gewitter zu einem wahren Ausnahmezustand in der Ewigen Stadt geführt. Es kam zu Überschwemmungen auch im historischen Zentrum. Ein Mann ertrank in seiner Kellerwohnung. (sda)

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